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Die Saarland Medien unterstützt acht Projekte mit insgesamt 80000 Euro.

80 000 Euro saarländische Filmförderung : Die Atemluft als Arbeitslohn

Die saarländische Filmförderung unterstützt acht Projekte mit insgesamt 80 000 Euro.

Acht saarländische Filmprojekte werden in diesem Jahr von der Saarland Medien GmbH gefördert – mit einer Gesamtsumme von 80 000 Euro, wie Saarland Medien mitteilt. 40 Projekte hatten sich 2020 um eine Filmförderung beworben. Eine Produktionsförderung über 17 000 Euro erhält der Saarbrücker Regisseur Philip Majer, dessen Dokumentarfilm „World Taxi“ 2020 bundesweit in Kinos lief und medial viel Echo erhielt. Für seine geförderte Doku „18 in Deutschland“ will er „fünf junge Menschen aus unterschiedlichsten Regionen und sozialem Umfeld“ über den Zeitraum eines Jahres begleiten – der Film verspricht „ein intimes Bild vom Erwachsenwerden“.

Mit 15 000 Euro unterstützt wird Philipp Lipperts Dokumentation „Kurzzeitschwester“: Der Filmemacher sucht nach Spuren eines Mädchens, das als Pflegekind in Lipperts Familie kam, aber nach zweieinhalb Jahren wieder abgegeben wurde, trotz aller Vorsätze seiner Eltern, das Kind bei sich aufwachsen zu lassen.

Die Filmemacherin Oona von Maydell wird in diesem Jahr zweimal gefördert: einmal mit 14 000 Euro für ihren Kurzfilm „Somnambule“ (zusammen mit Katrin Gärtner), in dem sie von einer Enkelin und einer an Demenz erkrankten Großmutter erzählt. 1000 Euro Förderung gehen an ihren Spielfilm „Misfits“ über zwei Schwestern, die aus dem Heim fliehen, um ihre psychisch schwer erkrankte Mutter zu besuchen.

Roman Eichs Dokumentarfilm „Blockchains – Revolution oder Rohrkrepierer“ über die Auswirkungen der Internet-Technologie wird mit 12 000 Euro gefördert. Die Saarbrücker Produzentin Barbara Wackernagel-Jacobs erhält 10 000 Euro Förderung für „Der Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen ist“. Die Dokumentation widmet sich Richard Bermann, der 2020 sein Amt als Vorsitzender der Synagogengemeinde Saar abgab. Ein „Anlass um sich ihm filmisch als Person und als steter Mahner für jüdisches Leben und gegen antisemitische Tendenzen zu nähern“.

John Nevers Mittellanger Film „(T)Oxygen“ wird mit 8000 Euro gefördert und erzählt von einer Zukunft, in der die Luft auf der verseuchten Erde so knapp wird, dass sie zur Währung wird und als Lohn ausgezahlt wird – wer arbeitet, der darf atmen.

3000 Euro Förderung gehen an Walter Schmucks Dokumentarfilm „Des Kaisers neue Krone“ über Kommunikation in den Wirren der Pandemie, über „abstruse Verschwörungstheorien“ und einen Mangel an gesellschaftlichem Konsens.

Bei der Auswahl wurden die Saarland Medien von einem dreiköpfigen Förderausschuss beraten: Martin Hofmann, freier Produzent, Gabriella Bandel, ehemalige Leiterin des Filmfestivals Max Ophüls Preis, und Waldemar Spallek, Leiter des Saarbrücker Kinos Achteinhalb.

Das Video der Online-Preisübergabe kann man sich ansehen unter
www.youtube.com/user/lmsaar