Die Saarbrücker Galerie Neuheisel zeigt aktuelle Arbeiten von Daniel Hahn

Ausstellungen : Schnittstellensuche mit Sprachbildern

Die Saarbrücker Galerie Neuheisel zeigt unter dem Titel „Mit anderen Worten“ neue Arbeiten von Daniel Hahn.

2017 hat er an der Landeskunstausstellung Saar Art 11 teilgenommen, im Februar dieses Jahres hat er auf der art Karlsruhe Aufsehen erregt. Und er steht im Ruch, junges Publikum jenseits des strapazierten Begriffs Urban Art für Kunst begeistern zu können: Die Rede ist von dem jungen Künstler Daniel Hahn. 1987 in Saarbrücken geboren, hat er 2014 an der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) seinen Abschluss gemacht und lebt und arbeitet mittlerweile in Berlin. Aktuell sind einige seiner Arbeiten – als mittlerweile dritte Solo-Ausstellung in einer Galerie – bei Neuheisel in Saarbrücken zu sehen.

 Unter dem Titel „Mit anderen Worten“ erweitert Hahn seine Palette und zeigt sich mit brandneuen Werken vibrierend vor Schaffensdrang: Fast alle vom Format her recht unterschiedlichen Exponate, teils zu Gruppen gebündelt, sind knackfrisch im laufenden Jahr entstanden. Die Methode ist Acryl auf Leinwand, oft ergänzt durch Siebdruck, wobei selbst bei opakem Farbauftrag die Struktur des Trägermaterials erkennbar bleibt. Während sich frühere Bilder Hahns seinem Pseudonym „Raks“ und dessen malerischen Variationen widmeten, stiftet er nun einen Dialog zwischen Beobachter und Werk, der vom einsamem Dechiffrieren zum gemeinsamen Denken führt. Die Leinwand fungiert dabei als Medium, selbst einfachsten Worten Augenmerk zu verleihen und Sprache in einen neuen Kontext zu rücken. „Da jedes Bild letztendlich Text ist, spätestens dann, wenn der Betrachter sich mit anderen darüber austauscht, warum nicht auch formal einfache Sprache als Bildgegenstand nutzen?“ fragt Hahn.

Und so untersucht er mit Formen und Linien die Schnittstellen von Text und Bild, deutet neu und hinterfragt. Das tut Hahn zum einen tatsächlich konkret typographisch, indem er Wörter in unifarbene Flächen einbettet und zu simplen Variationen staffelt, etwa bei der Gruppe „anders“. Daneben entfacht er ein ab­straktes Spiel mit diversen geometrischen Formen. Da verschieben sich Quader und Kreise gegen- und übereinander, stehen ausgefüllte Formen neben transparent durchbrochenen, lenken begrenzende vertikale oder horizontale schmale Streifen den Blick des Betrachters. Formal erinnert das ans Bauhaus, an László Moholy-Nagy und den avantgardistischen russischen Konstruktivismus, kommt aber weit weniger streng konturiert und zwangloser daher. Farblich dominiert Erdiges, von hellem Crème und Ocker über Ochsenblutrot und verschiedene Braun-, Gün- und Blautöne bis zu Schwarz. Aus dem – bis auf wenige schmale Holzleisten – meist nicht vorhandenen Rahmen fällt als einzige figürliche Darstellung das Bild „Flur 2“ aus einer Kooperation mit Alex Fielitz.

Bis 4. Mai in der Saarbrücker Galerie Neuheisel (Johannisstraße 3a). Di: 10-16 Uhr, Do: 13-19 Uhr, Sa: 11-13 Uhr.

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