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Die Projektion ist jeden Abend ab 21.30 Uhr zu sehen - auch im Internet.

Projektion an der Saarbrücker HTW : Die Großregion mit Licht und Schatten

In Saarbrücken ist seit Freitag immer ab 21.30 Uhr an einer Fassade der HTW die Projektion „Die Großregion leuchtet“ zu sehen.

Ach – eine Wohltat. Endlich wieder eine Kulturveranstaltung an der Luft (zugleich lief sie auch als Livestream). Am „Haus des Wissens“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) in Saarbrücken war am Freitag erstmals die Projektion „Die Großregion leuchtet“ zu sehen. Hintergrund ist der Plan der Landesregierung, die Möglichkeit einer Internationalen Bauausstellung (IBA) auszuloten – dazu wurde an der HTW ein „Prä-IBA-Werkstattlabor“ gegründet (wir haben berichtet).

Die Inhalte der ersten Arbeitsphase des Labors soll die Projektion „szenografisch“ zeigen, hieß es in der Ankündigung. Optisch ist das Ganze durchaus faszinierend. Linien aus Licht fassen die Gebäudekonturen ein, aus schnöden Hochhausteilen werden leuchtende Objekte, als sei man bei einem Kraftwerk-Konzert. Exzellente Fotos blicken von weit oben auf die Großregion, auf Felder, Wasserflächen, Städte, industrielle Anlagen. Dazu wachsen Pflanzen in Zeitrafferaufnahmen an der Fassade entlang, mal horizontal, mal vertikal, als hole sich die Natur ihren Platz zurück. Technisch und optisch also sehr gelungen (künstlerische Leitung: Florian Penner).

Die Arbeit des Werkstattlabors blieb bei all dem Lichterglanz aber eher im Dunkeln. Die Bilder wurden vage eingeordnet vom projizierten Motto „(mais) il faut cultiver notre jardin“ und von wechselnden Punkten auf einem Symbol der Großregion. Die Eingeweihten und Beteiligten werden wissen, worum es geht – Passanten, die abends hier vorbei gehen, wird sich da weniger erschließen. Aber schöne Bilder gibt es doch.

Vielleicht ist man als Zuschauer mit dem täglichen Livestream, der bei der Premiere mit Tonproblemen zu kämpfen hatte, ohnehin am besten bedient – als Zuschauer vor dem realen Gebäude musste man sich am Freitagabend erstmal daran gewöhnen, dass der Autolärm oft die mal sphärische, mal dezent jazzige Musik überdröhnte. Zumal mancher PKW-Fahrer die Kunstinteressierten am Straßenrand als potenzielles Publikum entdeckte – für spätpubertär angeberisches Anfahren mit Vollgas.

Livestream bis 1. Juni jeweils ab 21.30 Uhr auf www.iba-gr.eu .