Die neunte „Hombuch“ läuft am 14. und 15. September : Mit Leidenschaft für die Hombuch-Messe

Die Hombuch-Messe feiert am nächsten Wochenende ihre neunte Ausgabe – mit 60 Verlagen, die sich vorstellen und vielen Lesungen. Ulrich Burger ist der Erfinder und ehrenamtliche Organisator der Hombuch.

Der Anfang war übersichtlich: fünf Lesungen und zehn ausstellende Verlage im „Haus der Begegnung“ in Homburg-Erbach. Die erste Hombuch war das, im Jahr 2011. Der neunte Jahrgang am 14. und 15. September sieht nun etwas anders aus: mit 60 Ausstellern insgesamt, Hombuch-Rekord, dazu Lesungen in der ganzen Stadt. Hätte sich Ulrich Burger, der rührige Initiator und Organisator, das vor neun Jahren gedacht? „Doch, eigentlich schon“, sagt der 42-Jährige, „meine Ambition war ja ziemlich groß, ich wollte die größte Buchmesse im Saarland machen“. Gewachsen ist die Messe über die Jahre, zwischendurch habe es ein paar Rückschläge aus privaten Gründen gegeben, „aber seit zwei Jahren geben wir nochmal richtig Gas“. Da kam ein entscheidender Sponsor neu ins Messe-Boot, ein Homburger Pharma-Unternehmen, durch dessen Unterstützung Burger seine Idee, Lesungen in der ganzen Stadt zu veranstalten, in die Tat umsetzen konnte.

Der Homburger Saalbau ist nach wie vor das Zentrum, es geht aber auch zu Lesungen in Schulen, eine Galerie, zu einer Autogrammstunde (Tom Lehel) in einen Supermarkt, erstmals in das Homburger Kino – und auch in zwei Friseursalons. Wie das? „Wir haben einfach schöne Salons in Homburg, da wollten wir mal hin“, sagt Burger. „Dazu thematisch etwas zu finden, ist nicht immer einfach – aber Krimi passt ja meistens ganz gut.“ Außer Krimis gibt es in Homburg Fantasy, Jugendliteraur, Romanzen, Autobiografisches, Kulinarisches und auch Medizinisches.

Neben hiesigen Bekannten wie Ex-Ministerpräsident Reinhard Klimmt (SPD) oder Ex-SR-Literaturredakteur Ralph Schock kommen auch einige populäre Namen und Gesichter nach Homburg, die man hauptberuflich aus dem Moderations- oder Schauspielfach kennt: Moderatorin Anastasia Zampounidis etwa, die mit der Rezeptsammlung „Für immer zuckerfrei“ anreist, Schauspielerin Janine Kunze mit dem Eltern-Ratgeber „Liebling, ich habe die Kinder verschenkt“ oder Tatort-Kommissar Miroslav Nemec, der seinen Krimi „Kroatisches Roulette: mein zweiter Fall“ vorstellt. Reißen Promis verhältnismäßig tiefe Löcher ins Budget der Hombuch, laut Burger um die 30 000 Euro? „Nein“, sagt er, viel wichtiger als Gagenhöhe sei das Timing. „Wenn man die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt anspricht, ist schon viel getan. Es gibt namhafte Autoren, die manchmal günstiger sind als die, die gerade erst bekannt werden.“

 Der Schauspieler und Autor Miroslav Nemec liest aus seinem Krimi „Kroatisches Roulette“.
Der Schauspieler und Autor Miroslav Nemec liest aus seinem Krimi „Kroatisches Roulette“. Foto: Katrin Nemec

Was es der Hombuch bisweilen schwer macht, ist die Frankfurter Buchmesse im Oktober. „Viele große Neuerscheinungen kommen zur Buchmesse dort heraus“, sagt Burger, „die Autorinnen und Autoren stellen die Bücher dann zuerst dort vor“. Läge der Termin der Hombuch hinter dem der Buchmesse, schätzt Burger, „könnten wir den ein oder anderen Autor mehr hier haben“. Doch ab Oktober wäre es wieder schwierig mit den festen Terminen im gut gebuchten Saalbau – also bleibt das Datum für die Hombuch, wie es ist. Es funktioniert ja auch; knapp 3000 Menschen waren vergangenes Jahr da.

Burger hofft, wie jedes Jahr, auf eine schwarze Null nach dem Kassensturz. „Die Hombuch ist für mich ein Leidenschaftsprojekt – bisher keines mit finanziellem Gewinn, aber vielleicht kommt das ja irgendwann.“ Die Messe organisiert er ehrenamtlich neben seinem kaufmännischen Brotberuf und seiner Arbeit in seinem eigenen Verlag UBV, der vor allem Fantasy und Krimis herausgibt. „Mehr als ein Buch erscheint pro Jahr aber nicht, wegen der Hombuch habe ich zu wenig Zeit.“ Immerhin kann er sein Verlagsprogramm dann bei der Messe präsentieren.

Die ganz großen Verlage sind dort zurzeit nicht präsent, was Ulrich Burger bedauert. Aber er kenne deren personelle Engpässe, sagt er. Droemer Knaur, Fischer und Arena etwa seien in der Vergangenheit in Homburg schon präsent gewesen, „aber da kamen nur die Bücher, ohne Leute des Verlags. Das haben wir dann zurückgefahren.“

Die Hombuch ist nicht die einzige hiesige größere Veranstaltung, in der es um Bücher geht: Seit 2018 gibt es etwa „erLesen! Literaturtage im Saarland“. Als Konkurrenz sieht Burger diesen Reigen von Lesungen nicht. „Das ist ein ganz anderes Konzept, dort wird ausschließlich gelesen, wir stellen auch Verlage aus. Wir stehen im Kontakt miteinander und arbeiten nicht gegeneinander.“

 Jutta Ehmke liest aus ihrem Phantastik-Roman „Das Wunschbüro der Lilith Faramay“.
Jutta Ehmke liest aus ihrem Phantastik-Roman „Das Wunschbüro der Lilith Faramay“. Foto: Jutta Ehmke
  Der Autor und Literaturkritiker Rainer Moritz lädt zum „Literarischen Kaffeeklatsch“.
Der Autor und Literaturkritiker Rainer Moritz lädt zum „Literarischen Kaffeeklatsch“. Foto: Gunter Glücklich

Durchaus Konkurrrenz könnte allerdings der Plan einer weiteren saarländischen Buchmesse bedeuten, die 2020 in der Saarlandhalle stattfinden soll (wir berichteten). Darauf angesprochen, äußert sich Ulrich Burger diplomatisch: „Jedes literarische Event im Saarland ist eine gute Sache. Was dem Buch förderlich ist, muss man positiv bewerten.“