Die Musikfestspiele Saar gastierten bei den Homburger Meisterkonzerten

Konzerte : Grenzen der Eleganz beim Homburger Meisterkonzert

Trompeten-Glanz im Saalbau, am Donnerstag beim Meisterkonzert. Mit dabei die „Musikfestspiele Saar“. Der ungarische Star-Trompeter Gábor Boldoczki präsentierte ein selten zu hörendes, kammermusikalisches Barock-Programm.

Die obligate Continuo-Gruppe gestalteten Cellist László Fenyö und Cembalist Dinyés Soma.

 In zwei Kirchensonaten, von Tomaso Albinoni für Violine gedacht, zeigte Boldoczki schlanke, fein austarierte Eleganz in Ton und Spielweise. Mit verschiedenen modernen Ventiltrompeten, den Tonarten und dem Charakter der Stücke entsprechend gewählt, ließ er virtuose barocke Pracht mit exzellenter Intonation aufleuchten, ohne den kammermusikalischen Rahmen zu sprengen. Zuverlässig und solide begleitete ihn das naturgemäß statisch gebundene Cembalo und das ausdrucksreichere Violoncello. Die Gamben-Sonate G-Dur mit obligatem Cembalo von Johann Sebastian Bach lockerte auf, vom Cello sauber intoniert und mit fantasievoller Agogik ausgestattet. Was man von Bachs „Fantasie und Fuge c-moll“ für Cembalo nicht sagen konnte, mit der sich Cembalist Soma wohl etwas überforderte.

Zu viele Fehlgriffe trübten das zugegeben hakelige Stück. Mit Bachs Solo-Suite in d-moll brillierte Cellist Fenyö. Dem Standard-Repertoirestück gewann er eine eigenwillige, aber überzeugende Interpretation ab. Dabei beeindruckte besonders der wunderbar samtige Klang seines Instrumentes mit weicher a-Saite und die Spieltechnik, die mit viel Luft zwischen Bogen und Saiten intimen Klang hervorzauberte. Festliches dann noch von John Stanley, ein „Trumpet Voluntary“, von der Orgel auf die Trompete übertragen und eine Sonate in C von Giovanni Bonaventura Viviani mit etwas aufgeplusterten Cembalo-Improvisationen zwischen den Sätzen. Begeisternd war es allemal und Zugaben obligat: Eine Gigue von Händel und noch einmal Getragenes von Albinoni. Fabelhaft.

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