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Die Deutsche Radiophilharmonie brillierte zum Finale der Musikfestspiele Saar

Musikfestspiele Saar : Gouvy, Hakola, Strawinsky: Stufenleiter eines Feuerwerks

Zum Festivalfinale der Musikfestspiele Saar spielte die DRP.

Der SR ermöglichte den Musikfestspielen am Sonntag mit seiner Deutschen Radio Philharmonie unter Chefdirigent Pietari Inkinen ein famoses Festivalfinale. Für grundsolide, romantisch gefärbte Einstimmung sorgte die „Symphonie brève“ des in Schafbrücke geborenen Théodore Gouvy. „Variations et Rondo“: originell instrumentiert, mit kontrapunktischer und motivischer Feinarbeit. Dann Schwergewichtiges in 40-minütiger Länge: Kimmo Hakolas „Konzert für Klarinette und Orchester“.

 Kari Kriikku ist ein Klarinettist der Sonderklasse, dem sein Instrument kaum Grenzen setzt. Mit kraftvoll-motorischer Toccata kommt Hakola sofort zur Sache. Das Orchester tobte und Kriikku konnte zeigen, was alles auf der Klarinette geht – auch Quietschen, Schluchzen und in einer verrückt-virtuosen Kadenz Alles an spielerischen Möglichkeiten. Geheimnisvoll-balladesk der zweite Satz, fast zum Wohlfühlen. Bis sich ein Schlagzeuger mit exotischer Trommel zum Solisten gesellte, Orientalisches und Klezmer-Anklänge in eine andere Welt entführten. Das setzte sich im Finale fort, jiddische Hochzeit wurde gefeiert. Kriikku wechselte sein Outfit und improvisierte zirzensisch-clowneske Show-Einlagen. Poppig und bunt wirkte das alles. Lautstarkes Bravo forderte mehr: Es gab 60 Sekunden Stepptanz, ganz ohne Musik!

Abschließender Höhepunkt wurde Strawinskys archaischer „Sacre du printemps“. Was Inkinen mit locker-suggestiver Hand unangestrengt entfaltete, war fabelhaft: ein dynamisches Feuerwerk, rhythmische Präzision, Klangsinnlichkeit und instrumentale Farbigkeit mit einem hoch konzentrierten Orchester, das die artifiziell konstruierten Rhythmen exakt nachzeichnete und die lyrischen Passagen mit Wärme ausstattete. Große Orchesterleistung. Bravissimo!