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Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern: Studiokonzert

Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern : Virtuose Tonakrobatik auf Flöten

Die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern spielte Werke von Poulenc und Ravel und ein selten gehörtes Blockflötenkonzert von Thomas Koppel mit Stefan Temmingh als Solist und dem lettischen Dirigenten Andris Poga am Pult.

Percussionisten gestalteten die Klang-Plattform, auf der Flötist Stefan Temmingh auf Sopranino-, Sopran- und Altflöte mit virtuosester Tonakrobatik Sinnlichkeit und Meditatives ausbreitete. Seine Expressivität mit kraftvollem Klang, weich und grundtönig bis zur perlenden Schärfe und seine lebendige Bühnenpräsenz schufen eine überzeugende Interpretation. So klingt die Weltspitze der Blockflötisten! Nach stürmischem Beifall eine virtuose Zugabe: „Engels Nachtegaeltje“ (Nachtigall) des blinden Niederländers Jakob van Eyck (17. Jh).

Für weitere Unterhaltung sorgte dann die „Sinfonietta“ von Francis Poulenc. Er gehörte zur legendären „Group de Six“, die Wagners Bekenntnismusik und Debussys Impressionismus ablehnte und neue, raffinierte Einfachheit und Neoklassizismus auf ihre Fahnen geschrieben hatte. Die „Sinfonietta“, mit leichter Hand  ironisch geschrieben, verbindet verschiedene musikalische Charaktere miteinander, die organisch aneinandergereiht werden. Tänzerisch, melodiös, mit einem frech-fröhlichen Kehraus, als ob Joseph Haydn eine Nacht im Varieté verbracht hätte. Das alles servierte die DRP mit Elan, rhythmisch-farbig akzentuiert und sorgte so für einen vitalen Abschluss des unterhaltsamen Abends.