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„Der Schrei der Eule“ von Claude Chabrol, Frankreich 1987

Die besten Highsmith-Verfilmungen : Claude Chabrol in Höchstform: „Der Schrei der Eule“

Er war einer der bedeutendsten Filmemacher der Nouvelle Vague und berühmt für seine sozialkritischen Werke. Claude Chabrol brachte 1987 das Drama „Schrei der Eule“ nach dem gleichnamigen Highsmith-Roman von 1962 in die Lichtspielhäuser.

Nach René Clément („Nur die Sonne war Zeuge“), Claude Miller („Süßer Wahn“) und Michel Deville („Stille Wasser“) gab damit ein weiterer großer französischer Regisseur der Schriftstellerin die Ehre. Chabrol beschäftigte sich in seinen Filmen mit menschlichen Abgründen, blickte hinter die Fassaden – nüchtern, distanziert, ironisch, bissig. Auch in „Der Schrei der Eule“. Im Mittelpunkt steht ein Pariser Illustrator, gespielt von Christophe Malavoy („Madame Bovary“), der in die Kleinstadt Vichy zieht und dort abends der jungen Juliette (Mathilda May) nachspioniert. Ein Drama um Liebe, Eifersucht und Gewalt nimmt seinen Lauf. Was als Psycho-Kammerspiel beginnt, entwickelt sich zum Kriminalfall mit immer neuen Wendungen. Chabrol spielt geschickt mit den Erwartungen der Zuschauer, verteilt ironische Seitenhiebe auf die Bourgeoisie und streut schwarzen Humor ein. Das Finale mündet in einen Showdown, mit dem niemand rechnet. Und eine Eule schreit dazu. Thomas Reinhardt