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Der faszinierende Film zeichnet das Leben der Künstlerin Hilma af Klint nach.

„Jenseits des Sichtbaren“ im Kino Achteinhalb : Hilma wer? Erinnerung an eine lange vergessene Pionierin

Das Saarbrücker Kino Achteinhalb öffnet am Donnerstag wieder: mit dem faszinierenden Film „Jenseits des Sichtbaren“ über die Künstlerin Hilma af Klint.

Ein guter Film zur Wieder-Öffnung. Nach der Corona-Zwangspause nimmt das Kino Achteinhalb am Donnerstag seinen Betrieb wieder auf: Der erste Film ist „Jenseits des Sichtbaren – Hilma af Klint“, eine auch formal faszinierende Erinnerung an eine lange vergessene Pionierin der Kunst: Die Schwedin Hilma af Klint (1862-1944) malte abstrakt, bevor es die sogenannten Väter der abstrakten Kunst taten – Wassily Kandinsky, Piet Mondrian oder Kasimir Malewitsch. Nur: Erst hat das niemand mitbekommen, und später wollte der Kunstbetrieb das nicht zur Kenntmis nehmen.

Die Biografie und die Arbeit der Schwedin zeichnet die Regisseurin  Halina Dyrschka nach, sie spricht mit Nachkommen Klints, denen die ihr Geamtwerk von über 1300 Werken vermacht hat, mit Kunsthistorikerinnen und vor allem mit der Kunstjournalistin und -wissenschaftlerin Julia Voss. Die hat Leben und Werk der Schwedin erforscht und eine viel beachtete Biografie geschrieben. Sie kritisiert einen männlich dominierten Kunstbetrieb, die wenig Interesse hat, eine Pionierin anzuerkennen.

Der Film zeichnet das Leben einer Entschlossenen nach, die von ihren konventionelleren Auftragsgemälden hätte leben können, sich aber ganz der malerischen Erforschung des Lebens verschrieb, sich dabei auch mit Spiritismus, Mystik, Naturphilosopie und -wissenschaft beschäftige. Dass sie ihrer Ziet voraus war, wusste sie – sie verfügte, dass ihre Werke erst 20 Jahre nach ihrem Tod ausgestellt werden durften.

Foto: MIndjazz Pictures

Davon erzählt der Film nicht im klassischen Biografie- oder Dokumentarstil, sondern manchmal assoziativ, mit Naturbildern, einer ungewöhnlichen Musik von Damian Scholl, mal melancholisch, mal exaltiert – und immer wieder mit Blick auf die Gemälde, oft raumfüllend, manchmal strahlend bunt, manchmal karg, mal fließend, mal streng geometrisch, dabei stets berührend.

Donnerstag und Freitag, jeweils 20 Uhr, außerdem an 22. und 23. Juni. Infos: www.kinoachteinhalb.de