Jazz-Album „Serpents et Échelles" Wäre Kafka Jazz, würde er wohl so klingen

Saarbrücken · Die französische Flötistin und Saxofonistin Clémence Manachère legt ein originelles Album vor – unter dem Namen Unterwasser.

Die Hülle des hörenswerten Albums.

Die Hülle des hörenswerten Albums.

Foto: JazzHausMusik

Wohl völlig zufällig sind 2022 Aufnahmen entstanden, die als Jazz-Soundtrack für das aktuelle Kafka-Jahr taugen könnten: Die Musik auf „Serpents et Échelles (Schlangen und Leitern), dem beim Kölner JazzHaus-Label veröffentlichten Album, tönt nicht selten verstörend fremdartig und klaustrophobisch – und übt eine ähnlich diffuse Faszination aus wie die Literatur von Franz Kafka.

Urheberin dieser wohligen auditiven Thriller-Schauer ist die französische Flötistin und Saxofonistin Clémence Manachère, die hier unter dem Namen „Unterwasser“ zwei Bandprojekte bündelt und dieses Ensemble mit dem norwegischen Echo-Preisträger Helge Sunde (Posaune) als Gast zum Septett vervollständigt. Selbst gestecktes Ziel ist die „Erforschung neuer Texturen und Improvisationsformen“ im Spannungsfeld zwischen Jazz und zeitgenössischer Klassik; dabei wird kunstvoll mit Stolperrhythmen, bohrenden Repetitionen und mikrotonalen Klängen gearbeitet.

Neben dem gehobenen konzeptuellen Anspruch garantieren zündende Motive im Verein mit leidenschaftlicher Jazzeslust einen lebendigen Hörgenuss. Fazit: hochkarätig.

Clémence Manachère Unterwasser & Helge Sunde:
Serpents et Échelles
(JazzHausMusik)