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Das Saarland muss dem Beispiel von Bayern folgen

Verdi fordert für Künstler : Passgenaue Corona-Unterstützung für Künstler gefordert

Die Gewerkschaft Verdi und die Saar-SPD-Landtagsfraktion fordern mehr Hilfen für Künstler in Zeiten der Coronakrise.

Orientieren könne man sich dabei an Bayern. Dort hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf Druck der Opposition in einer Regierungserklärung jüngst angekündigt, den Künstlern unter die Arme zu greifen. Die Gewerkschaft Verdi sieht in diesem Vorgehen einen adäquaten Weg, um der Gruppe der Solo-Selbstständigen, „… die durch jedes Raster fällt…“, so hatte es Söder formuliert, eine Alternative zu Hartz IV aufzuzeigen.

Im Saarland stünden die Soforthilfen dem Kreis von Solo-Selbstständigen im Haupterwerb nicht zur Verfügung, weil diese Mittel Umsatz- und Honorarausfälle nicht kompensieren sollen. Damit befänden sich viele Solo-Selbstständige vor dem finanziellen Ruin und könnten ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten, so Verdi. Die Corona-Krise treffe diesen Personenkreis besonders hart.

Dazu erklärt Verdi-Landesbezirksleiter Michael Blug: „Wir fordern den Ministerpräsidenten Tobias Hans auf, dass er dem Beispiel von Herrn Söder folgt und die Soforthilfe auf die Solo-Selbstständigen ausgedehnt wird, die im Haupterwerb ihr regelmäßiges Einkommen in der Corona-Krise nicht mehr erwirtschaften können. Hier muss die Soforthilfe auch dazu dienen, den eigenen Lebensunterhalt finanzieren zu können, ohne auf Hartz-IV angewiesen zu sein.“

Die Saar-SPD-Landtags-Fraktion erklärt, der Bund müsse einen konkreten Rettungsschirm für die Kultur aufspannen. „Die Politik hat bislang mit vielfältigen Sofortmaßnahmen dazu beigetragen, die Auswirkungen der Corona-Krise auch für Kulturschaffende zu mildern. Das war richtig und wichtig. Dennoch stellen wir fest, dass viele Kreative und Kulturschaffende mit ihren speziellen Bedürfnissen und Anforderungen durch das Raster der verschiedenen Sofortprogramme fallen“, lässt die Fraktion verlauten.

Der kulturpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Jürgen Renner fordert maßgeschneiderte Lösungen, um das Überleben der Kulturszene zu gewährleisten. Dabei sieht er Land und Bund in der Pflicht. „Derzeit gestaltet sich das Unterstützungssystem für Kulturschaffende in Deutschland wie ein Flickenteppich“, teilte Renner mit. Der Bund müsse deshalb „einen konkreten Rettungsschirm für die Kultur aufspannen“.

 Neben den Sofortmaßnahmen für Kleinbetriebe und Solo-Selbstständige fordert Renner daher vom Bund Zuschüsse für Betriebsausgaben für Kulturschaffende mit befristeten Arbeitsverträgen.