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Das Saarland feiert am 21. Februar den Welttag der Muttersprache mit vielen Aktionen

Aktionen am 21. Februar : Das Saarland feiert den Welttag der „Muddaschprooch“

Den saarländischen Dialekten geht es wie vielen anderen regionalen Sprachen auf der gesamten Erde: Sie sind bedroht. Um dem entgegenzuwirken, gibt es im Saarland zum achten Mal künstlerische Aktionen am Welttag der Muttersprache.

Am Freitag, 21. Februar,  wollen zahlreiche Kreative aus der Großregion unter dem Motto „Muddaschprooch soweid wie’s gehd“ ihren Teil dazu beitragen, dass die heimische Art zu sprechen erhalten bleibt.

Der historische Hintergrund des UNESCO-Welttages sind die Geschehnisse des 21. Februar 1952. Damals habe die Bevölkerung der pakistanischen Region Bengalen, damals „Ostpakistan“, gegen die Einführung von Urdu als alleiniger Amtssprache protestiert, wie die Unterorganisation der Vereinten Nationen mitteilt. Das in der dortigen Bevölkerung weit verbreitete Bengali sollte hingegen zurückgedrängt werden. Fast 20 Jahre später sei Ost-Bengalen als Bangladesch unabhängig geworden und habe Bengali als Amtssprache eingeführt.

Im Saarland nahmen Patrik H. Feltes und Klaus Friedrich den Welttag vor acht Jahren erstmalig zum Anlass, etwas für die heimische Mundart zu machen. „Das auf‘s Regionale herunterzubrechen, war in Deutschland neu“, sagt Feltes, der sich auch privat viel mit Sprache beschäftigt. An ihrer Aktion hätten sich seitdem im Bundesgebiet viele Initiativen ein Beispiel genommen, berichtet der 57-jährige Literatur- und Kulturwissenschaftler aus Wadgassen. Er wohne genau an der Grenze des Moselfränkischen. Einen Ort weiter, in Wehrden, herrsche schon das Rheinfränkische vor. „Beide Dialekte zusammen machen das Saarländische aus“, unterstreicht Feltes. Die Unterschiede zwischen beiden Spielarten seien manchmal klein – und manchmal entscheidend. Gerade die vielen Variationen auf kleinem Raum seien nicht nur schön, sondern auch identitätsstiftend.

„Wir laden zu einem zentralen Abend im Stiefel Bräu ein“, erzählt Klaus Friedrich. Dort stellten etwa der dichtende Pfarrer Walther Henßen und Autor Jean-Louis Kieffer neue Mundartbücher und –Texte vor, verspricht der 50-Jährige. Zudem treten unter anderem der Liedermacher Joachim Schreiner sowie Humorist Dirk Omlor auf. Auch lothringische Gäste stehen demnach auf der Bühne und Christian Schega sowie Benjamin Wagener erzählen von ihrem Film „Hiwwe wie driwwe“. Dieser zeige die enge Verwandschaft zwischen Rheinfränkisch und „Pennsilfaanisch Deitsch“, das zum Teil noch heute im US-Bundesstaat Pennsylvania gesprochen werde, erklärt Friedrich. Als Schirmherr der Aktion ist zudem Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) im Stiefel mit von der Partie. Die Mundart-Expertin Susanne Wachs vom SR moderiert den Abend.

Der Kulturwissenschaftler Patrik H. Feltes ist einer der Initiatoren der Aktionen zum Welttag der Muttersprache. Foto: Johannes A. Bodwing

Dass der 21. Februar auch als „Weltgästeführertag“ gilt, hat Feltes und Friedrich zusätzlich inspiriert – zu einem besonderen historischen Rundgang durch die Saarbrücker Innenstadt. Die Tour führt „Vom Brogge iwwa de Brigg bei de Schdiwwel“ und will besonders denkwürdige Orte der Saar-Geschichte in den Mittelpunkt rücken. „Ich spreche dabei moselfränkisch im rheinfränkischen Saarbrücken. Das ist zwar etwas kurios, aber es soll auch zeigen auch, wie wichtig die Verbindung der beiden Mundarten ist.“