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Das Liquid Penguin Ensemble zeigt „Cyfre“ in Sarbrücken

„Cyfre“ des Liquid Penguin Ensembles - Premiere im KuBa am Donnerstag : Wie klingt es, „das hörbare Nichts“?

Frisch aus dem Baumarkt kommen die beiden, räumen herum, richten einen Scheinwerfer und testen, wie sich ein Schattenspiel an der Wand so macht. Katharina Bihler und Stefan Scheib schlagen gerade ihre Zelte im KuBa am Eurobahnhof auf, wo für sie jetzt „die schönste Zeit“ beginnt, wie sie sagen: das Proben dort, wo ihr kammermusikalischer Abend am Donnerstag seine Premiere hat.

 „Cyfre .  das hörbare Nichts“ heißt die jüngste Arbeit des Duos Liquid Penguin Ensemble und widmet sich den Zahlen – nicht zuletzt dem großen Mysterium namens Null – und deren Bedeutung für die Musik.

„Wir haben uns zuletzt ja viel mit Worten, mit  Buchstaben und Sprache beschäftigt“, sagt Biehler, „jetzt ist mal das andere System mal dran.“ Zahlen hätten einen starken Bezug zu Musik, zu Rhythmus etwa, zu kompositorischen Strukturen, zu Proportionen.  „Dieses Feld wollen wir jetzt mal beackern“. Unter anderem mit sechs klackernden Metronomen, die fast schon eine eigene Rhythmusgruppe bilden, mit Kontrabass, Akustikbass und Zither (gespielt von Scheib), rotierenden CD-Playern, die das Deklamieren von Zahlenreihen abspielen, fünf Glasflaschen und einem Plattenspieler: Der wird eine Zwölftonmusik-Komposition von Scheib erklingen lassen, zu der Bihler live singt. Und auch ein Lithophon mit vier steinernen Klangkacheln ist dabei.

Einer der beiden Plattenspieler bei "Cyfre" - er spielt das Vinyl-Einzelstück einer Zwölftonkomposition von Stefan Scheib. Foto: Tobias Keßler

Das verspricht einen bunten Abend der Zahlen-Musik-Erforschung, bei dem, wie Scheib sagt, „die Zahlen ihre spielerische Qualität zurückbekommen“. Denn die hätten ja einen eher drögen Ruf als Vorgaukler einer messbaren und dennoch trügerischen Realität, sei es in Statistiken oder in Tabellen. Aber in der Musik seien etwa Intervalle ja „nichts anderes als Zahlenverhältnisse“ – und von denen gibt es bei „Cyfre“ einige: Bihler wird Intervall-Übungen aus ihrer Gesangsausbildung intonieren, didaktisch charmant unterfüttert von kleinen Schildern wie „Das war eine Terz“.

Das Duo spielt auch Musik von Tom Johnson (Jahrgang 1939), der gerne mit Zahlenreihen operiert. Außerdem wird Bihler kleine Fabeln über die Welt der Zahlen lesen, unter anderem über die begabten Krähen, die des Zählens mächtig sind. „Es wird aber ein vor allem musikalischer Abend“, versichert Bihler, die, man erfährt es am Rande, einen zum Abend passenden Mathematik-Leistungskurs hinter sich hat. Und Scheib? Der lacht. „Ich nicht!“.

Katharina Bihl im KuBa. Foto: Tobias Keßler

Premiere: Donnerstag, 30. Januar, 19 Uhr, KuBa.
Außerdem: 1. und 2. Februar.
Schulvorstellungen am 3. und 4. Februar.
Infos beim KuBa, Tel. (06 81)  959 12 00.

www.kuba-sb.de
www.liquidpenguin.de