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Christina Stürmer gastierte in Neunkirchen.

Konzert in Neunkirchen : Auf der Bühne kriegt sie nie genug

Die österreichische Sängerin Christina Stürmer gastierte in Neunkirchen.

Diese Energie! Woher nimmt sie die nur? Christina Stürmer schränkt ein: „Mit 20 ist das Springen noch a bisserl leichter gangen.“ Aber allzu angestrengt sieht die 37-jährige Österreicherin nicht aus. Wie ein Flummi bewegt  sie sich am Mittwochabend auf der Bühne der Gebläsehalle in Neunkirchen. Nur wenn sie eine Ansage macht oder eine Ballade singt, kommt sie etwas zur Ruhe. Dann erzählt sie darüber, wie es es ist, Mutter zu sein (seit drei Jahren) oder dass sie eigentlich gerne „Kindergarten-Pädagogin“ (so heißt das in Österreich) geworden wäre. Von ihrer Tochter Marina erzählt sie mit Begeisterung. „Kinder sind so offen. Denen ist es egal, ob jemand dick oder dünn ist, welche Hautfarbe jemand hat oder Pickel im Gesicht.“ Für das Statement bekommt die Sängerin stürmischen Applaus. „Du suchst nicht das Schlechte, du findest das Gute“, singt sie in der ihrer Tochter gewidmeten Ballade „Du erinnerst mich an mein Herz“.

Kinder sind auch eine ganze Menge im Publikum zu finden, die kleinsten schaffen es gerade so, in der ersten Reihe über die Absperrung zu schauen. Aber auch Seniorinnen mögen Stürmers Musik, die sich irgendwo zwischen Deutschrock und Schlager bewegt.

Besonders bei „Ich lebe“, dem Song ihres Durchbruchs, gehen drei ältere Damen in der Reihe vornedran voll mit. Den Song spielt die Band in einer Akustikversion, ebenso wie „In ein paar Jahren“. Danach wird es aber so laut, dass sich die Damen die Ohren zuhalten. Bei aller Rock-Freude an bollerigem Schlagzeug und verzerrten Gitarren: Etwas weniger wäre mehr gewesen. Die Sängerin gibt preis, wer für sie einst als Vorbild wichtig war, Wir sind Helden und die Sportfreunde Stiller. Letzteren huldigt sie mit einer Version des Sportfreunde-Hits „Ein Kompliment“ – mit dem Song hatte sie anfangs ihrer Karriere den zweiten Platz in einer Casting-Show erreichen können. Danach endet das offizielle Programm mit „Millionen Lichter“. Als Zugabe gibt es „Nie genug“ und manchen reicht das immer noch nicht.