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Carreau Forbach: Neue Spielzeit bringt viel für deutsche Zuschauer

Start der Saison am 2. Oktober : Festmahl im Carreau in Forbach - Was gerade auch für deutsche Zuschauer angeboten wird

Ab 2. Oktober geht es im Forbacher Carreau nach zwei Spielzeiten endlich wieder los. Und wie. Die 31 Gastspiele funktionieren vielfach ohne Sprachbarriere.

Es ist ein üppiges Festmahl, das uns in der neuen Saison im Forbacher Theater Le Carreau, der Scène nationale de Forbach et de l’est mosellan, erwartet. Nach fast zwei Spielzeiten, in denen man pandemiebedingt kulturell darben musste, teils noch nicht mal über die Grenze durfte, fährt der Carreau-Direktor Grégory Cauvin nun von Tanz über Theater, Zirkus bis hin zu Chansonabenden Spezialitäten für jeden Geschmack aus allen Sparten auf. Mit Cauvins Programmheft-Appel „Reconnectons-nous! - Verbinden wir uns wieder!“ dürfen sich auch gerade Saarländerinnen und Saarländer angesprochen fühlen. Von sagenhaften 31 – darunter auch einige nachgeholte – Gastspielproduktionen sind nämlich über die Hälfte auch für Deutsche, die kein Französisch können, verständlich. Was nicht zuletzt daran liegen dürfte, dass Cauvin eine besondere Vorliebe für Tanz und Musik beweist.

Carreau Forbach zeigt Peer Brook

In mindestens der Hälfte aller Produktionen, die er eingeladen hat, ist irgendwie Musike drin. Mal mehr, mal weniger und in jeglicher Klangfarbe. So werden etwa im Zirkus des Collectif Petit Travers, der am 2. Oktober die Saison eröffnet Jongleure mit einer klassischen Pianistin auftreten. Ein Highlight wird das Tanzstück „Soufflette“ der norwegischen Compagnie Carte Blanche (8. 10.), deren Tänzer mit ihren bombastischen Kostümen auch Rhythmen erzeugen und polyphon singen werden.

Ungewöhnliche Kombinationen scheinen diesmal fast ein Muss zu sein: Da gibt es das Hohelied Salomos tänzerisch mit indischen Einflüssen choreografiert und heutig gesungen von Pop-Sänger Alain Bashung (21.10.), oder mit Lisbeth Guwez eine belgische Ausnahmetänzerin im besten Alter, die als Solistin von einem DJ live aufgelegte Songs von Bob Dylan vertanzt (30./31.3.). Zu sehen sein wird zudem eine rein weibliche Hip-Hop-Tanztruppe (20.1) oder auch die wunderbare Filmschauspielerin Yolande Moreau, die zusammen mit dem Frontmann der Band Têtes Raides, Christian Olivier, Chansons von Jacques Prévert ( 6.1.) singen wird.

Le Carreau bringt eine französische Operette

Neben einem „szenischen Rezital“ mit der Mezzosopranistin Stéphanie d‘Oustrac (28.5.) und einem DJ-Electro-Abend kann man in Forbach mit „Normandie“ (9.12.) auch erstmals eine veritable Operette im Stile der - in Frankreich - fröhlichen 1930er Jahre erleben. Selbstverständlich hat Cauvin auch „richtiges“ Theater auf den Spielplan gehoben. Für „The Tempest Project“ (25./26.11.), eine neue Bearbeitung des Shakespeareschen „Sturm“ von Altmeister Peter Brook (96), muss man es als Theaterfan dann auch schon mal auf sich nehmen, deutsche Übertitelungen zu lesen. Wer diese Mühe nicht scheut, der findet im Le Carreau insgesamt noch mehr an Programm. Entscheidungshilfe können auch kleine Videos zu den einzelnen Stücken auf der Homepage bieten.

Allzu lange sollte man in dieser Saison nicht warten, bevor man den Weg ins Forbacher Theater findet. Bis Ende Januar ballt sich hier geradezu das Angebot auf der großen Bühne. Danach wird sie nämlich renoviert, so dass alle weiteren Aufführungen entweder im schon fertigen kleinen Saal im Untergeschoss oder in Ersatzspielstätten in der Umgebung stattfinden müssen.

Infos: www. Carreau-forbach.com