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Ausflüge, Termine und Veranstaltungen im Saarland am Wochenende​

Tipps fürs Wochenende : Besonderes Ein-Frau-Theater, junger Jazz und eine Ausstellung, die man nicht verpassen darf

Das Saarland hat viel zu bieten in Sachen Kultur und Freizeitgestaltung. Jede Kommune, jede Stadt und jedes Dorf macht eigene Angebote. Woche für Woche stellen wir an dieser Stelle einige Veranstaltungen vor, die wir in der Redaktion besonders empfehlenswert finden. Und dabei schauen wir auch immer mal über die Grenze.

Letzte Gelegenheit! Mit Fug und Recht kann das Historische Museum Saar stolz sein auf die Ausstellung „Monumente des Krieges“ zum deutsch-französischen Krieg 1870/71. Nicht nur, weil kaum je zuvor ein Projekt überregional derart viel Interesse hervorrief. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ließ sich gleich seitenweise über das „einst vielleicht außergewöhnlichste Gesamtkunstwerk des Historismus“ aus, den Saarbrücker Rathauszyklus. Nein, das Team um Direktor Matzerath bewies schlicht Mut, weil sie das über Jahrzehnte zwar als kulturpolitisch wünschenswert Proklamierte taten: die Restaurierung und - kritisch analysierende - Präsentation der Gemälde Anton von Werners (1843-1915), die einst in einem Festsaal in Saarbrücken hingen. Warum? Wie kamen sie dahin? Die Ausstellung erzählt uns eine spannende Geschichte. Und stellt von Werner vor. Das war ein kaisertreuer Kriegsmaler, der vermeintlich militaristischen Kitsch fertigte - tat er das wirklich? Das kann man selbst überprüfen. Aber nur noch bis 31. Oktober. Der Ausflug ins Historische Museum, zur vertiefenden Beschäftigung mit einem bisher kaum belichteten Kapitel der Regionalgeschichte, ist aber nicht nur des Bildungsbürgers Pflicht, sondern ein Erlebnis, ein Vergnügen. Alle, die das anzweifeln, müssen hin. Es eilt! (ce)

 Das Jens Düppe Quartett macht den Anfang der neuen Jazz-Reihe im Saarbrücker Schloss.
Das Jens Düppe Quartett macht den Anfang der neuen Jazz-Reihe im Saarbrücker Schloss. Foto: JUERGEN BINDRIM

Das Historische Museum Saar am Saarbrücker Schlossplatz 15 Freitag, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. www.historisches-museum.org

Ein-Frau-Theater mit Wumms: Eva Kammigan kam vor drei Jahren neu nach Saarbrücken, und die freie Schauspielerin hat sich hier sehr schnell einen guten Namen gemacht. Sie spielt Kindertheater und Gruselabende für Erwachsene, sie macht bei freien Produktionen mit und steht als Gast auf der Bühne des Saarländischen Staatstheaters. Ihr neuester Streich nun, wurde von der Kritik in den höchsten Tönen gelobt. Als Ein-Frau-Unternehmen bringt sie „Odysseus“ auf die Bühne. In dem Stück von Kim Nørrevig spielt sie ein Dutzend Rollen und verzaubert ihr Publikum. „Hier kann man erfahren, was das ist: die Essenz des Theaterspiels“, schrieb die SZ-Kritikerin. Am Samstag, 30. Oktober, 19 Uhr, spielt sie das Stück – Regie führte Frank Lion – wieder auf dem Theaterschiff Maria-Helena. Karten für ihren besonderen „Odysseus“ gibt es unter www.theaterschiff-maria-helena.com Das Theaterschiff liegt am Saar-Ufer an der Alten Brücke. (bre)

Junger Jazz für Saarbrücken: Manchmal braucht es nur zwei Menschen, die die gleiche Leidenschaft teilen, und schon profitieren viele. Peter und Elfi Kleiß, er früherer Jazz-Redakteur des SR, sie Architektin und großer Jazz-Fan, bringen den Jazz-Fans im Saarland viel Gutes. Sie ist schon seit einigen Jahren die künstlerische Leiterin der Jazz-Lounge in Illingen, er hat viele, viele Jahr den Jazz nach St. Ingbert gebracht. Jetzt bringen die beiden auch in die Landeshauptstadt eine neue Jazz-Reihe. „Jazz im Schloss“ heißt die ganz schnörkellos. Einmal im Monat (außer während der Open-air-Saison im Sommer) gastieren im Schloss-Festsaal junge, überregional gefragte Jazz-Ensembles. Den Auftakt macht das Jens Düppe Quartett an diesem Freitag, 29. Oktober, 20 Uhr. Die Band um den Schlagzeuger Jens Düppe hat gerade ihr neues Album „The Beat“ für den Deutschlandfunk aufgenommen. Man kann schlechtere Empfehlungen haben. . . (bre)

Karten zu allen Konzerten kosten jeweils 18 Euro (ermäßigt 15). Es gibt sie unter www.vhs-saarbruecken.de oder per Mail an vhsinfo@rvsbr.de

 Oliver Kalkofe als Hermann Göring in der drastischen Trash-Satire „Sky Sharks“.
Oliver Kalkofe als Hermann Göring in der drastischen Trash-Satire „Sky Sharks“. Foto: MFA/Alexander Treis

Halloween-Horror im Kino: Die Filmtheater des Saarlandes lassen es zu Halloween gruseln – in vielen Kinos läuft die mittlerweile x-te Fortsetzung „Halloween Kills“, die Kritiken dazu sind aber mäßig ausgefallen. Da bieten sich für Freundinnen und Freunde des Grusels eher Einzelvorstellungen von Klassikern an: Das Kino Achteinhalb in Saarbrücken zeigt am Freitag ab 22 Uhr in seiner „Nachteinhalb“-Reihe den Film „Maniac“ (1980) über eine Mordserie in New York. Zu sehen ist „Maniac“ im Original mit Untertiteln – einen starken Magen sollte man mitbringen.

Das gilt auch für George Romeros Klassiker „Zombie – Dawn of the Dead“ (1978), der drastische Bilder mit Gesellschaftssatire verbindet: In diesem Film drehen Untote ihre Runden durch ein Einkaufszentrum, weil sie das zu Lebzeiten auch schon so gemacht haben; der Film läuft am Samstag um 22.30 Uhr im Cinestar Saarbrücken.

Die Camera Zwo in Saarbrücken zeigt am Sonntag ab 20.15 Uhr einen verdienten Klassiker des Gruselkinos: „The Fog – Nebel des Grauens“ (1979) von John Carpenter, der untote Seeleute ein Küstenstädtchen terrorisieren lässt. Zur selben Zeit läuft in der Camera Zwo auch ein neuer Film: „Sky Sharks“ von Marc Fehse, ein buntes Trash-Fest, das die Kritik durchaus gespalten hat. In dem Film schwingen sich NS-Untote auf fliegende Hai-Maschinen, um doch noch die Weltherrschaft zu erringen. Mit dabei in dem drastischen Jux ist TV-Satiriker Oliver Kalkofe als Hermann Göring. (tok)

 Deana Zinßmeister liest in den Lichtspielen Wadern.
Deana Zinßmeister liest in den Lichtspielen Wadern. Foto: Deana Zinßmeister

Infos: www.kinoim.saarland

Autorinnenabend: Die Bücherhüte Wadern lädt am Freitag ab 19 Uhr zum „Saarländischen Autorinnenabend“ in die Lichtspiele Wadern. Deana Zinßmeister, Bestsellerautorin aus dem Saarland, liest aus ihrem auf der eigenen Familiengeschichte beruhenden Roman „Die vergessene Heimat”. Die zweite Autorin ist Angelika Lauriel, sie liest aus ihrem Saarland-Krimi „Tote Männer essen kein Gelato”. Martina Berscheid liest aus ihrem Roman „Das Echo unseres Schweigens” und aus ihrem Erzählband „Leichtgewichte”. (tok)

Die Tickets (10 Euro) für Dreierlesung plus Begrüßungssekt gibt es bei der Bücherhütte, Marktplatz 18, Wadern, Tel. (0 68 71) 92 11 50, buecherhuette@online.de.