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Auersmacher führt Passion im Saarland mit mehr als 300 Bürgern auf

26 Aufführungen ab 7. März : Mehr als 300 Laiendarsteller und eine Botschaft

Die Passionsspiele in Auersmacher – ein Spektakel, das nicht nur weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt ist, sondern das auch in vielen Ländern Europas große Anerkennung findet. Der Theaterverein Junge Bühne Auersmacher war sogar schon in den USA, um die Leidensgeschichte von Jesus Christus zu spielen.

„Es ist außergewöhnlich, was alle fünf Jahre bei uns im Ort geschieht. Es haben sich aus der Bevölkerung schon weit über 300 Menschen gemeldet, die bei der Passion mitspielen wollen“, sagt Josef Lang.

Seit 35 Jahren ist Josef Lang Vorsitzender des Vereins und seit dem Jahr 1990 der Regisseur der Passionsspiele. Alle fünf Jahre kehren die Spiele in den Ort an der Oberen Saar zurück und versetzen Auersmacher bis Ostern in einen Ausnahmezustand. Vom 7. März bis zum 19. April gibt es im Ruppertshofsaal insgesamt 26 Aufführungen. Knapp 9000 Besucher kommen in dieser Zeit nach Auersmacher. Gut 4000 Eintrittskarten sind schon verkauft.

„Wir machen von den Kostümen bis zum Bühnenbild alles selber. Unsere Akteure sind seit mehr als einem halben Jahr am Proben“, berichtet Josef Lang. Sein Sohn Peter und dessen Cousin Alexander Lang spielen die Rolle des Jesus. Alle Rollen sind doppelt besetzt. „Die Spiele sind alle fünf Jahre der Höhepunkt des Jahres. Darauf freuen sich alle“, sagt Peter, der genau wie Alexander in diesem Jahr zum dritten und zum letzten Mal die Hauptrolle übernimmt. Neben dem großen Spektakel und der aufwändigen Inszenierung ist die Botschaft der Kern der Passion. „Liebe deinen Nächsten ist die Botschaft aller Botschaften, übrigens nicht nur bei den Christen. Wenn die Menschen nach dieser Botschaft leben würden, könnten wir unseren schönen Planeten noch retten“, sagt Josef Lang.

Eine Neuerung erfährt in diesem Jahr die Rolle des Judas. Judas trifft seine Mutter, der er, genau wie Jesus seiner Mutter Maria, verspricht, dass alles in Ordnung komme. Judas soll zudem weniger als Verräter und mehr als Verlierer dargestellt werden. „Wir wollen das Publikum zum Nachdenken bringen. Jeder wird nachvollziehen können, warum Judas so handelt, wie er handelt. Und jeder kann sich danach überlegen, wie er sich entschieden hätte“, erzählt der 75-Jährige Regisseur.

Eine richtungsweisende Entscheidung haben Mohamed Kernafa aus Algerien und Rami Kardahi aus Syrien längst getroffen. Die beiden Freunde leben seit einigen Jahren in Auersmacher und spielen bei den Passionsspielen auch mit. Rami ist Moslem und Mohamed ist Christ. Doch die jeweilige Religion ist den beiden Freunden egal. Auch sie wollen dabei sein, wenn wichtige humanistische Botschaften auf der Bühne thematisiert werden.

Die Passionsspiele in Auersmacher wurden im Jahr 1935 erstmals durch ein Wandertheater aufgeführt. Seit 1975 ist die Junge Bühne im Fünf-Jahres-Rhythmus verantwortlich für das größte Spektakel des Ortes.

Reservierung von Karten (zwischen 15 und 25 Euro, Kinder unter 12 Jahren mit Begleitperson frei) unter Tel. (0 68 05) 89 31 97 77 oder passionsspiele-auersmacher@t-online.de

www.passionsspiele-auersmacher.de