Saar-Innenminister hält an Langarmhemden für tatowierte Jung-Polizisten fest

Innenminister Bouillon pocht auf Polizei-Bekleidungsvorschrift : Polizeianwärter mit Tattoos müssen weiter schwitzen

Der für tätowierte Jung-Polizisten erfrischende Hemdsärmel-Vorstoß des Vizechefs der Deutschen Polizeigewerrkschaft (DPolG) im Saarland, Markus Sehn, ist bei Saar-Innenminister Klaus Bouillon verhallt.

Sehn hatte Bouillon angesichts der hohen Außentemperaturen dringend aufgefordert, die Dienstbekleidungsordnung zu ändern und Kurzarmhemden auszugeben. Denn tätowierte Kommissarsanwärter müssen demnach Langarm-Uniformhemden tragen, um ihre in die Haut gestochenen Kunstwerke zu überdecken. Auch bei brütender Sommerhitze (die SZ berichtete).

[Link auf Beitrag 57236499] Dennis Lander (Saar-Linksfraktion) unterstützte diese Forderung. Bouillon ließ dazu am Mittwoch mitteilen, dass Uniformträger der Saar-Vollzugspolizei in ihrer Ausführung des Dienstes einer Dienstkleidungsvorschrift unterlägen. Diese schreibe vor, dass im Dienst – ausgenommen Dienstsport – Hautzeichnungen (Tätowierungen und ähnliches) nicht sichtbar sein dürften. „Präsenz und Auftreten der Polizei in der Öffentlichkeit haben wesentliche Wirkungen auf das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger“, hieß es.

Das Berufsbild der Polizei werde auch durch das Auftreten der Polizisten in der Öffentlichkeit beeinflusst. „Eine noch weitergehendere Änderung der Verfahrensweise oder Lockerung der Dienstkleidungsvorschrift im vorgebrachten Sinne ist derzeit nicht angedacht“, stellte Bouillons Ministerium klar. Schließlich sei Ende 2017 entschieden worden, dass Tattoos, die vom langen Ärmel abgedeckt werden, kein Einstellungshindernis mehr seien.

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