Saar-Hunsrück glänzt mit ArtenvielfaltDie biologische Vielfalt bewahren

Nonnweiler. 30 "Hotspot-Regionen" der biologischen Vielfalt wurden vom Bundesamt für Naturschutz ausgewählt aufgrund ihrer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Tier- und Pflanzenarten, Populationen und Lebensräume. Sie stellen die "Schatztruhen der biologischen Vielfalt" dar

 Im Naturpark Saar-Hunsrück noch heimisch: die Wildkatze. Fotos: Naturpark

Im Naturpark Saar-Hunsrück noch heimisch: die Wildkatze. Fotos: Naturpark

Nonnweiler. 30 "Hotspot-Regionen" der biologischen Vielfalt wurden vom Bundesamt für Naturschutz ausgewählt aufgrund ihrer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Tier- und Pflanzenarten, Populationen und Lebensräume. Sie stellen die "Schatztruhen der biologischen Vielfalt" dar. Das Hotspot-Gebiet im Naturpark hat einen Flächenanteil von rund 1462 Quadratkilomertern, was rund 71 Prozent der Naturparkfläche entspricht. Das Gebiet umfasst die Naturräume Baumholder Hochland, Hochwald-Idarwald, Hochwaldvorland, Oberes Nahebergland, Saar-Ruwer-Hunsrück und Unteres Saartal."Die benannten Hotspots sind Förderschwerpunkte für Projekte im Rahmen des Bundesprogramms ,Biologische Vielfalt'. Wir freuen uns, dass Naturschutzprojekte in den Naturpark-Landkreisen Birkenfeld, Bernkastel-Wittlich, Merzig-Wadern, Saarlouis, St. Wendel und Trier-Saarburg in Zukunft vom Bund finanziell gefördert werden können", erklärte Naturpark-Geschäftsführerin Gudrun Rau.

Und weiter: "So kann die Wohn-, Freizeit- und Lebensqualität gesteigert, der Erlebniswert der Naturpark-Region erhalten und erhöht werden. Unser Naturpark kann im Tourismus von einer erlebnisreichen und vielfältigen Landschaft wirtschaftlich profitieren." Die Auszeichnung des vom Naturpark errichteten Saar-Hunsrück-Steigs zu Deutschlands bestem Fernwanderweg sei aufgrund des hohen Erlebnispotenzials durch die Vielfalt der Naturräume, der fantastischen Aussichten, der guten Wege- und Beschilderungsqualität und des europaweit einmalig hohen Anteils an Naturwegen erfolgt. "Die vielfältige Landschaft ist unser Naturkapital, das wir im Interesse der touristischen Wertschöpfung 'verzinsen' sollten durch Fortentwicklung und Erhaltung", erklärt die Naturpark-Geschäftsführerin.

Am 5. und am 7. März finden nun in Berlin und Bonn Informationsveranstaltungen zum Förderschwerpunkt Hotspots der biologischen Vielfalt statt. Ziel von Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz ist es, allen an einer Antragstellung interessierten Akteuren aus den Hotspot-Regionen die Möglichkeit zu geben, sich über diesen Förderschwerpunkt näher zu informieren. red

Nonnweiler. Die Vereinten Nationen haben die internationale UN-Dekade "Biologische Vielfalt" für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen. Die Dekade biete die große Chance, mehr Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, unserer natürlichen Lebensgrundlage, zu sensibilisieren.

Biologische Vielfalt ist alles, was zur Vielfalt der belebten Natur beiträgt: Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen - einschließlich der Wechselwirkungen zur unbelebten Umwelt, innerhalb der Arten und zwischen den Arten - sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Lebensräume.

Zu der biologischen Vielfalt gehören wild lebende Arten ebenso wie Nutztierrassen und Kulturpflanzensorten. Biologische Vielfalt ist die Grundlage einer langfristig gesicherten Existenz des menschlichen Lebens auf der Erde.

Für ihre Erhaltung gibt es vielfältige ökologische, ökonomische, soziale, kulturelle und ethische Gründe: Eine intakte biologische Vielfalt kann sich besser an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen - eine wichtige Voraussetzung angesichts des weltweiten Klimawandels.

Die biologische Vielfalt nimmt weltweit und auch in Deutschland stark ab. Die derzeitige Aussterberate übertrifft die vermutete natürliche Rate um das 100- bis 1000-Fache und ist durch menschliches Handeln bedingt. Deshalb gibt es seit 1992 das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt der Vereinten Nationen. Deutschland ist Vertragsstaat dieses Übereinkommens. red

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In den 30 ausgewählten Hotspot-Regionen sind "Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands" zu finden, da ein hoher Anteil der Weltpopulation nur hier vorkommt. Ihr Schutz hat einen hohen Stellenwert im Artenschutz. Diese sollen direkt geschützt werden. Dabei sollen sie auch zur Erhaltung und zur Renaturierung von deren Lebensräumen beitragen, um langfristig überlebensfähige Populationen dieser Arten zu sichern. In den Hotspot-Regionen können thematische Schwerpunktprojekte gefördert werden. Dies betrifft 40 Tier- und Pflanzenarten, wie zum Beispiel die Wildkatze, den Kiebitz, den Rotmilan, den Feuersalamander, die Gelbbauchunke, die Bechstein- und Mopsfledermaus, die Barbe, den Apollofalter, den goldenen Scheckenfalter, die Flussperlmuschel, das Breitblättrige Knabenkraut, das gelbe Galmei-Stiefmütterchen und viele andere.

 In unserer Region zu finden: Breitblättriges Knabenkraut. Foto: VDN

In unserer Region zu finden: Breitblättriges Knabenkraut. Foto: VDN

 Im Naturpark Saar-Hunsrück noch heimisch: die Wildkatze. Fotos: Naturpark

Im Naturpark Saar-Hunsrück noch heimisch: die Wildkatze. Fotos: Naturpark

 In unserer Region zu finden: Breitblättriges Knabenkraut. Foto: VDN

In unserer Region zu finden: Breitblättriges Knabenkraut. Foto: VDN

 Im Naturpark Saar-Hunsrück noch heimisch: die Wildkatze. Fotos: Naturpark

Im Naturpark Saar-Hunsrück noch heimisch: die Wildkatze. Fotos: Naturpark

 In unserer Region zu finden: Breitblättriges Knabenkraut. Foto: VDN

In unserer Region zu finden: Breitblättriges Knabenkraut. Foto: VDN

Gleichzeitig soll auch die Identifikation der Menschen mit den regionalen Hotspots gestärkt werden, um das Zusammenwirken unterschiedlicher Akteure im Rahmen der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu fördern. red

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