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Tropische Zecke auf dem Vormarsch
Experten nehmen Tropen-Zecke ins Visier

Die Zecken Gemeiner Holzbock (l, Ixodes ricinus) und Hyalomma marginatum liegen in der undatierten Aufnahme zum Größenvergleich nebeneinander. Funde mehrerer tropischer Zecken in Deutschland beunruhigen Forscher.
Die Zecken Gemeiner Holzbock (l, Ixodes ricinus) und Hyalomma marginatum liegen in der undatierten Aufnahme zum Größenvergleich nebeneinander. Funde mehrerer tropischer Zecken in Deutschland beunruhigen Forscher. FOTO: dpa / Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr
Saarbrücken/Koblenz. In der Pfalz wurde eine besondere Art des Insektes entdeckt. Fachleute aus dem Saarland sind alarmiert.

Die Insekten-Experten im Saarland sind gewarnt: Nach dem Auftauchen einer tropischen Zeckenart der Gattung „Hyalomma“ in der Pfalz würden die Fachleute des Zentrums für Biodiversität in Landsweiler-Reden und Ehrenamtliche diese Zecken „besonders in den Blick nehmen“, sagte Sabine Schorr, Sprecherin von Saar-Umweltminister Reinhold Jost (SPD). Bisher gebe es im Saarland noch keinen Fund der Hyalomma-Zecke. Ein Insekten-Experte aus Reden habe festgestellt, dass es am Rheingraben durchaus wärmere Gebiete als im Saarland gebe, die für diese tropischen Zecken bessere Lebensbedingungen böten. Doch wenn sich die Hitzeperioden auch im Saarland fortsetzten, könnten „tropische Insekten vermehrt auch bei uns auftauchen“, warnte Schorr. Jedenfalls seien die Fachleute im Saarland dafür sensibilisiert und würden „die Augen offen halten“.


Das rheinland-pfälzische Landesuntersuchungsamt (Lua) in Koblenz hatte vor der tropischen Zecke gewarnt, die sich auch in Rheinland-Pfalz ausgebreitet habe. Nach Funden in Niedersachsen und Hessen sei eine tropische Zecke der Gattung „Hyalomma“ in der Pfalz entdeckt worden. Der Parasit war von einem Pferd entfernt und an das Amt geschickt worden. Fachleute der baden-württembergischen Universität Hohenheim bestätigten die Vermutung des Lua Koblenz, dass es sich um ein Exemplar der Spezies „Hyalomma rufipes“ handelt.

Zecken dieser Gattung sind ursprünglich in den trockenen Gebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas heimisch. Dort befallen sie sowohl große Tiere als auch den Menschen. Die Blutsauger gelten als Überträger verschiedener in Deutschland nicht heimischer Infektionskrankheiten, unter anderem des afrikanischen Zeckenbissfiebers (ruft Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen hervor) und des Krim-Kongofiebers (mehrere Todesfälle in der Türkei in den vergangenen zwölf Jahren).



Mitte August diesen Jahres hatte die Uni Hohenheim bereits über mehrere Hyalomma-Nachweise in Deutschland berichtet. Die Zecken gelangen nach Vermutung der Experten über Zugvögel nach Deutschland. Ob die Zeckenart hierzulande bereits heimisch ist, habe man jedoch noch nicht abschließend klären können.

(dik)