Saar-Diakonie-Chef Blank nennt zu hohe Verluste als Grund des Rückzugs

Neun Freiwllige Ganztagsschulen betroffen : Diakonie-Rückzug aus neun Schulen

Das Diakonische Werk an der Saar zieht sich ab dem Schuljahr 2020/21 aus der Nachmittagsbetreuung an neun Freiwilligen Ganztagsschulen im Saarland zurück. Das teilt Geschäftsführer Udo Blank mit.

Diakonie-Geschäftsführer Udo Blank sagte der SZ auf Anfrage, dafür seien wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend gewesen. „Wir müssen bisher erhebliche Mittel drauflegen“, erklärte der Chef des evangelischen Wohlfahrtsverbands. Der Pfarrer sagte, etwa 200 000 Euro sei das jährliche Minus gewesen. Er kritisierte die Förderbedingungen seitens des Staates, die schlecht seien.

Von dem Rückzug der Diakonie aus allen von ihr betreuten neun Schulen seien 50 Erzieherinnen und angelernte FGTS-Helfer betroffen. Die Diakonie werde sich bemühen, diese Kräfte entweder an die Nachfolgeträger zu vermitteln oder im eigenen Hause unterzubringen.

Nach Blanks Angaben sind von der Entscheidung folgende Schulen betroffen: Grundschule Ottweiler-Neumünster, Gemeinschaftsschule Ottweiler, Gymnasium Ottweiler, Grundschule Saarbrücken-Wallenbaum, Gemeinschaftsschule Quierschied, Gymnasium Sulzbach, Gemeinschaftsschule Sulzbach, Gemeinschaftsschule Saarbrücken-Dudweiler und Gemeinschaftsschule Saarbrücken-Rastbachtal.

Das sei „ein Schlag ins Gesicht der Familien – und das von einem kirchlichen Träger“, sagte Katja Oltmanns, Sprecherin der Landeselternvertretung an Gymnasien (LEV Gym). Die LEV Gym sei entsetzt über den flächendeckenden Rückzug der Diakonie aus den FGTS. Blank nannte die Kritik „überzogen“. „Wir gehen verantwortlich mit den Schulen um, indem wir frühzeitig über unseren Rückzug informieren und neue Träger suchen“, betonte Blank.

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