1. Saarland

Saar-Bildungsministerium erwägt verschiedene "Szenarien". Kultusminister-Konferenz am kommenden Freitag entscheidend

Kostenpflichtiger Inhalt: Wie können die Schulen im Saarland wieder geöffnet werden? : Politiker grübeln über Schulöffnung

Das Bildungsministerium erwägt verschiedene „Szenarien“. Die Konferenz der Kultusminister am kommenden Freitag wird entscheidend sein.

Es ist für die Bildungspolitiker ein Stochern im Nebel bei wunderbarem Sonnenscheinwetter vor den Ostertagen. „Das Bildungsministerium ist mit Hochdruck dabei, verschiedene Szenarien aufzumalen, wie es nach den Osterferien weitergehen soll“, sagte der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Saar-Landtag, Frank Wagner (CDU), der SZ nach einer Sitzung des Ausschusses am Donnerstag. Bildungsstaatssekretär Jan Benedyczuk (SPD) habe per Video-Schaltung den Ausschussmitgliedern über die Planungen des Ministeriums für einen Schulstart nach den Osterferien berichtet. Aber diese „Szenarien“ stehen noch auf wackligen Beinen. „Zunächst wird entscheidend sein, was die Runde der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin am kommenden Mittwoch bezüglich Öffnungen der Kontaktsperren in der Corona-Krise erklärt“, betonte Wagner. Zwei Tage später werde dann auch die Kultusministerkonferenz der Bundesländer sich bezüglich eines Wiederbeginns des Schulunterrichts und der anstehenden Abschlussprüfungen äußern, meinte Wagner. „Wir im Saarland haben dabei noch den Vorteil, dass bei uns die Osterferien erst am 26 April enden. In anderen Bundesländern enden die Osterferien bereits am 19. April“, sagte Wagner.

Staatssekretär Benedyczuk habe betont, dass die Zusicherung der CDU/SPD-Landesregierung gelte: „Kein Schüler soll wegen der Beschränkungen durch das Infektionsschutzgesetz einen Nachteil erfahren“, erklärte Wagner. In dem Landtagsgremium sei nicht über eine etwaige Verkürzung der Sommerferien, um die ausgefallene Unterrichtszeit aufzuholen, gesprochen worden. Ebenfalls kein Thema im Landtagsausschuss sei der Vorstoß der Vorsitzenden der Landeselternvertretung der Gymnasien, Katja Oltmanns, gewesen, das neunjährige Gymnasium (G 9) als Antwort auf die Corona-Restriktionen  wieder einzuführen, erklärte Wagner.

Doch einige Fragen stünden nach wie vor ungeklärt im Raum: Wie gestaltet sich das kommende Schuljahr 2020/21? Wie sieht es mit den Abschlussprüfungen aus? Und wie soll der Schulstart über die Bühne gehen? Sollen erst die oberen Klassen beginnen, unter Wahrung der Abstandsregeln? Besonders schwierig sei die Lage an den beruflichen Schulen, wo es eine Vielzahl unterschiedlicher Abschlüsse zu koordinieren gebe, so Wagner.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Barbara Spaniol, erklärte der SZ, sie sei darüber froh, dass Staatssekretär Benedyczuk gesagt habe, die Kinder und Schüler aus prekären Familienverhältnissen bei der Notbetreuung nicht auszuschließen. In den Notbetreuungen, die  Kindern systemrelevanter Eltern vorbehalten sind, gebe es noch freie Plätze, die auch Kindern und Schülern, die sozial gefährdet seien, zur Verfügung stünden, so Spaniol. Die diese Familien aufsuchenden Sozialarbeiter und Jugendämter könnten diese Kinder an die Notbetreuungen vermitteln. „Vom Bildungsministerium hätte ich mir Konkreteres erwartet, wie es nach den Osterferien weitergeht“, sagte Spaniol. Die Abiturienten hätten zwei Wochen ihrer Abiturvorbereitungen verloren, das müsse berücksichtigt werden.