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Saar-Bevölkerung schrumpft rapide

Saar-Bevölkerung schrumpft rapide

Saarbrücken. Das Saarland wird in den kommenden 50 Jahren rund ein Drittel seiner Bevölkerung verlieren. So soll die Einwohnerzahl nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes von derzeit 1 014 900 auf 685 600 im Jahr 2060 zurückgehen

Saarbrücken. Das Saarland wird in den kommenden 50 Jahren rund ein Drittel seiner Bevölkerung verlieren. So soll die Einwohnerzahl nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes von derzeit 1 014 900 auf 685 600 im Jahr 2060 zurückgehen. Nach Angaben von Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) ist "das Saarland das westdeutsche Bundesland, in dem sich der demographische Wandel am schnellsten vollzieht". Um dem Wandel "offensiv zu begegnen", sei die Stabsstelle "Demographischer Wandel" in seinem Ministerium zu Jahresbeginn auf vier Personalstellen aufgestockt und mit einem Jahresbudget von einer halben Million Euro ausgestattet worden. Zu ihren Aufgaben gehöre unter anderem die Grundlagenforschung sowie "die Aktivierung von bürgerschaftlichen Engagement", erklärte Weisweiler gestern vor der Presse.Zur Grundlagenforschung hat das Ministerium eine Studie in Auftrag gegeben, die im Landkreis Saarlouis die Lücken in der Versorgung älterer Menschen aufdecken soll. Der Landkreis Saarlouis hat mit 44 700 Einwohnern über 65 Jahren nach dem Regionalverband Saarbrücken (73 000) die älteste Bevölkerung im Saarland. Von den Ergebnissen der Studie, die zum Jahresende vorliegen sollen, erwartet sich Weisweiler "konkrete Handlungsanweisungen, wie dem demographischen Wandel zu begegnen ist".

"Ohne Zweifel wird sich die kommunale Infrastruktur im Saarland dem Bevölkerungsschwund anpassen müssen", sagt Weisweiler. Konkret: "Die Jamaika-Koalition wird den Zuschnitt der Landkreise im Saarland überprüfen müssen." Und: "Man wird prüfen müssen, ob jede Gemeinde ein eigenes Schwimmbad vorhalten muss."

Eine weitere Studie des Ministeriums befasst sich derzeit mit der "Arbeitsfähigkeit älterer Arbeitnehmer". Dabei soll herausgefunden werden, welche Einflüsse in saarländischen Industrieunternehmen auf die Arbeitsfähigkeit älterer Arbeitnehmer bestehen, wie der Minister mitteilte. Bis zum Jahr 2030 geht die Zahl der Erwerbspersonen um etwa 17 Prozent zurück, gleichzeitig steigt der Altersdurchschnitt der Erwerbstätigen von 44,5 auf 48,6 Jahre. "Wir brauchen in Gesellschaft und Wirtschaft die Kompetenzen, Erfahrungen sowie das Engagement und das Wissen der älteren Menschen", so Weisweiler.

Der Minister will demnächst einen Wettbewerb mit dem Titel "Blickpunkt demographischer Wandel" ins Leben rufen, der bestehende oder geplante Projekte zur Bewältigung des Wandels honorieren soll.