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Mischo bietet Expertise an
Ärztekammer will Drogenhilfezentrum unterstützen

 Josef Mischo, Präsident der Ärztekammer des Saarlandes
Josef Mischo, Präsident der Ärztekammer des Saarlandes FOTO: aÑrztekammer des Saarlandes / Susanne Kempf
Saarbrücken. Saar-Ärztekammer-Präsident Dr. Josef Mischo hat der CDU/SPD-Landesregierung die „konstruktive Unterstützung“ bei der Einrichtung eines neuen Drogenhilfezentrums (DHZ) in Saarbrücken angeboten. Von Dietmar Klostermann
Dietmar Klostermann

Zuvor hatte der Landesdrogenbeauftragte, Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU), der SZ mitgeteilt, dass ein neues DHZ in Saabrücken ab Ende 2020 realisiert werden solle. In dem Zentrum sollen nach Kollings Angaben die Angebote der Ärzte, die Drogenersatzpräparate verschreiben (Substitution), gebündelt werden. „Alle Maßnahmen zur Substitutions-Behandlung beurteilen wir sehr positiv“ sagte Mischo. Etwa 60 Prozent der Abhängigen, die mit Substitutionspräparaten versorgt werden, seien sozial wieder integriert. Mischo erklärte, er sei „ein wenig unglücklich“ darüber, dass Kolling den Spitzenplatz des Saarlands beim medizinischen Einsatz von Cannabis zeitgleich mit der Zahl der Drogentoten genannt habe. Auch Saar-Grünen-Generalsekretärin Barbara Meyer-Gluche kritisierte dies. Die Studie der Techniker Krankenkasse zu den Verordnungen von Cannabis im Jahr 2017 sei nicht valide, so Mischo. Es könne sein, dass das Saarland mehr Schmerztherapeuten habe als Mecklenburg-Vorpommern, was den Unterschied in der Cannabis-Verordnungszahl erklären würde.