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Saar-Ärzte schlagen Alarm wegen Masken-Mangel

Corona-Krise : Saar-Ärzte schlagen Alarm wegen Masken-Mangel

In saarländischen Kliniken sind die Bestände an Schutzkleidung wegen der Corona-Krise bald erschöpft, warnen Mediziner. Das Land müsse Abhilfe schaffen.

Der Mangel an Schutzmasken angesichts der Coronavirus-Pandemie droht nach Einschätzung von Ärzten die Gesundheit von Patienten und Klinikpersonal zu gefährden. Die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund im Saarland warnte, dass zertifizierte Schutzmasken bald sogar für die Mitarbeiter auf Intensivstationen fehlen könnten. Die Situation sei für Beschäftigte und Patienten „nicht hinnehmbar“, erklärte der Vorsitzende Gregg Frost.

„Wir kriegen derzeit keine Lieferungen“, sagte der Geschäftsführer der saarländischen Krankenhausgesellschaft, Thomas Jakobs. Noch seien die Masken in keiner Klinik aufgebraucht. Der Marburger Bund warnt aber, dass die Bestände in den nächsten Tagen in vielen Häusern erschöpft seien. In der Altenpflege und Betreuung von Menschen mit Behinderungen fehle teils jegliche Schutzausrüstung für die Beschäftigten, sagte Frost. „Wenn wir hier Infektionen nicht verhindern, droht in den Kliniken der Kollaps“, weil weitere Risikopatienten behandelt werden müssten. Die Landesregierung müsse bei der Beschaffung alle Hebel in Bewegung setzen.

Das Land habe mehr als zwei Millionen Masken bestellt, sagte Staatssekretär Stephan Kolling (CDU) am Freitagabend. „Die erste Lieferung von 50 000 wird an diesem Wochenende erwartet.“

Den Arztpraxen im Land soll eine Lieferung von 100 000 Schutzmasken Luft verschaffen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Saarland kündigte an, dass die von ihr gekauften Masken am Montag eintreffen und sofort verteilt werden sollen. Der Kosmetikhersteller L’Oréal habe zudem 10 000 Masken und 12 000 Paar Schutzhandschuhe gespendet. Der Vorsitzende des Saarländischen Hausärzteverbandes, Dr. Michael Kulas, warnte indes: „Ohne entsprechende Schutzausrüstung Covid-19-Infizierte zu behandeln, ist, wie einen Feuerwehrmann in Shorts und T-Shirt zum Löschen eines Großbrandes zu schicken.“

Der Rettungszweckverband ZRF erwartet unterdessen eine Lieferung von bis zu 30 000 Masken aus Luxemburg, der Türkei und China.