Rundfunkrat nimmt zweiten Anlauf zur Wahl des SR-Intendanten

Saarbrücken. Die 35 Mitglieder des SR-Rundfunkrates, die aus Politik, Gewerkschaften Wirtschaft und Verbänden kommen, sind heute wieder zu den Urnen gerufen. Sie müssen entscheiden, ob Thomas Kleist (55, Foto: dpa), Anwalt und SR-Verwaltungsratsvorsitzender, oder Christoph Hauser (54, Foto: dapd), Arte-Programmdirektor, künftiger Intendant des Senders werden

Saarbrücken. Die 35 Mitglieder des SR-Rundfunkrates, die aus Politik, Gewerkschaften Wirtschaft und Verbänden kommen, sind heute wieder zu den Urnen gerufen. Sie müssen entscheiden, ob Thomas Kleist (55, Foto: dpa), Anwalt und SR-Verwaltungsratsvorsitzender, oder Christoph Hauser (54, Foto: dapd), Arte-Programmdirektor, künftiger Intendant des Senders werden. Bei den ersten drei Wahlgängen am vergangenen Montag erhielt keiner die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit. Kleist bekam 18 Stimmen, Hauser 16 Stimmen. Heute sind nach Angaben von Rundfunkratschef Volker Giersch zunächst wieder drei weitere Wahlgänge vorgesehen, bei denen die Zweidrittel-Mehrheit gefordert ist. Ab der vierten Runde genügt die einfache Mehrheit. Deshalb sind Beobachter zuversichtlich, dass heute der Nachfolger des verstorbenen Fritz Raff gefunden wird. "Es wird sehr spannend", meinen unabhängig voneinander befragte Gremiumsmitglieder.Der Rat scheint gespalten. Hauser ist Wunschkandidat der Jamaika-Koalition, der frühere SPD-Sozialstaatssekretär Kleist hat seine Unterstützer bei der SPD und im "grauen Lager". Ursprünglich war in der Landespolitik verabredet, dass die CDU das Vorschlagsrecht habe, die SPD im Gegenzug einen Kandidaten für das Amt des Programmdirektors benennt. SPD-Chef Maas habe seine Konsens-Zusage aber nicht mehr halten können, heißt es bei der CDU. Die Genossen kontern, die CDU habe den SPD-Personalvorschlag für die Programmdirektion verworfen. Kleist gilt heute als Favorit. Allerdings werden einige Mitglieder, die am Montag wählten, heute vertreten. So kommt Frauenratsvertreterin Rosemarie Kelter (CDU) früher aus dem Urlaub. Horst Hinschberger (FDP) schickt einen Stellvertreter. Möglicherweise hat das Ratsmitglied, das am Montag durchgängig ungültig votierte, heute im vierten Wahlgang die 35. und damit die entscheidende Stimme. mju

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