1. Saarland

„Runder Tisch Mountainbike“ soll das Miteinander im Wald friedlicher machen.

„Runder Tisch Mountainbike“ : Ministerien wollen Mountainbikern Wege weisen

Saarforst-Referatsleiter Steinmetz kritisiert beim Runden Tisch illegale Rad-Routen im Saarbrücker Wald.

Zur Lösung im Konflikt zwischen Mountainbikern, Spaziergängern, Gassigehern mit Hund im Wald und Naturschützern will die Saar-Regierung bis Anfang 2021 ein neues Konzept vorlegen: mit einem Netz weiterer festgelegter legaler, aber auch zurückzubauender Mountainbike-Strecken. Zudem soll eine Aufklärungskampagne ein respektvolles und friedliches Miteinander aller Interessengruppen in den Wäldern fördern. Das kündigte Umwelt-Staatssekretär Sebastian Thul (SPD) am Donnerstag nach dem ersten „Runden Tisch Mountainbike“ an. Bei diesem waren Repräsentanten des Radsports, der Kommunen und der Kreise, der Naturschützer, der Waldbesitzer und der Touristikzentralen vertreten – nicht aber der Saarwald-Verein und andere Wanderorganisationen.

Festgelegt wurde, dass unter Federführung des saarländischen Wirtschafts- und des Umweltministeriums zwei Arbeitsgruppen gebildet werden, die bis Anfang 2021 die touristischen und sportlichen Aspekte des Mountainbikens unter die Lupe nehmen und dann ein Streckenkonzept vorlegen. Parallel läuft die Aufklärungskampagne, deren Details noch festgelegt werden müssen.

Laut dem Präsidenten des Saarländischen Radfahrer-Bundes (RSB), Leander Wappler, gibt es rund 4500 aktive Radsportler im Land – plus etliche Freizeit-Mountainbiker. „Konflikte in den Wäldern sind nicht zu leugnen“, sagte Thomas Steinmetz Referatsleiter Aufsicht im Saarforst-Landesbetrieb. Und Staatssekretär Thul sprach Klartext: „Alle müssen sich im Wald bewegen können, ohne über den Haufen gefahren zu werden. Einige melden auch Verstöße, aber es gibt auch Bürger, die mittlerweile zur Selbstjustiz greifen und auf den Waldwegen regelrechte Fallen aufstellen. Das ist eine Straftat, die wir ebenso wenig tolerieren können wie der Wildwuchs illegaler Mountainbike-Strecken“.

Tim Maus, Sprecher der freien Interessengemeinschaft Mountainbike Saar, kündigte an, seine Organisation wolle das Zusammenleben im Wald fördern und dazu auch Radfahrer in den Wäldern ansprechen, wenn diese sich in Einzelfällen respektlos verhielten. Aber, so Maus: „Von 100 Begegnungen von Mountainbikern im Wald mit Spaziergängern, Wanderern, Hundebesitzern, Reitern, Jägern oder Förstern verlaufen 98 super respektierlich“. RSB-Präsident Wappler warb dafür, „Wald neu zu lernen“, wozu die Klingel am Rad ebenso dienen könne wie der Hund an der Leine. Saarforst-Vertreter Steinmetz verwies auf das Saarländische Waldgesetz, wonach es ein freies Betretungsrecht des Waldes zum Zwecke der Erholung gebe und Radfahren auf reinen engen Fußpfaden verboten sei. „Aber es kann nicht hinter jedem Baum eine Ordnungskraft stehen“. Steinmetz monierte unter anderem, dass es auf einer 300 Hektar großen Fläche zwischen der Saar-Uni sowie den Stadtteilen Scheidt und Rotenbühl in Saarbrücken rund 30 Mountainbike-Trails gebe, „ein Großteil davon illegal“.

„Wir brauchen Rechtssicherheit, beispielsweise auch für die Frage, was passiert, wenn jemand stürzt“, hieß es von Seiten der Mountainbiker. Saarforst-Referatsleiter Steinmetz wies darauf hin, dass auch die privaten Waldbesitzer die Haftungsfrage bei eventuellen Unfällen auf Trails geklärt wissen wollten.