1. Saarland

"Rückschnitt war ein Notrückschnitt"

"Rückschnitt war ein Notrückschnitt"

Hemmersdorf. Arg zurechtgestutzt steht eine alte Kastanie seit Herbst 2010 in Hemmersdorf an der Ecke Niedaltdorfer Straße-Schlossstraße - in der Höhe nahezu halbiert und die vormals stattliche Krone weitgehend entfernt. Doch diese Maßnahme war notwendig, um den im Innern faulenden Stamm zu entlasten. Außerdem hat der Baum einen so genannten Drehwuchs

Hemmersdorf. Arg zurechtgestutzt steht eine alte Kastanie seit Herbst 2010 in Hemmersdorf an der Ecke Niedaltdorfer Straße-Schlossstraße - in der Höhe nahezu halbiert und die vormals stattliche Krone weitgehend entfernt. Doch diese Maßnahme war notwendig, um den im Innern faulenden Stamm zu entlasten. Außerdem hat der Baum einen so genannten Drehwuchs. Statt direkt himmelwärts zu wachsen, ist er bereits bodennah in sich gewunden. Das schwächt die Standfestigkeit vor allem, wenn ein großer Kronenbereich dem Wind viel Angriffsfläche bietet. Der Gemeindeverband der Grünen in Rehlingen-Siersburg forderte schon kurz nach dem Rückschnitt den Erhalt durch weitere Sicherungsmaßnahmen. Beispielsweise Stützbänder um den Stamm und Sicherungsseile in den Kronen. Außerdem sollte für den regelmäßigen Rückschnitt der Krone gesorgt werden.Doch trotz solcher Maßnahmen dürfte langfristig mit dem Verlust des Baumes zu rechnen sein. So sieht es derzeit die Verwaltung der Gemeinde. "Der Rückschnitt war ein Notrückschnitt", teilte Gerhard Müller von der Stabsstelle Umwelt auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung mit. "Damit er nicht komplett auseinanderbricht." Weitere Maßnahmen könne die Gemeinde nicht durchführen, weil es sich um Privateigentum handele. Gravierender sei jedoch, dass der Baum "erheblich geschädigt ist". Ein Riss ziehe sich in der Mitte des Baumes fast durch den gesamten Stamm. "Der Baum wird auf jeden Fall wieder austreiben", aber auch bei Sanierungsmaßnahmen rechnet Müller mit "begrenzten Erfolgsaussichten". Selbst damit gibt er dem Baum nur noch fünf bis 15 Jahre. az