1. Saarland

Rote Nase, Hut und Tröte für Tobias Hans

Narrenempfang in der Staatskanzlei : Rote Nase, Hut und Tröte für Tobias Hans

Rund 300 Narren haben am Sonntag die Staatskanzlei in Saarbrücken erobert. Der Ministerpräsident bekam „die Insignien eines ab sofort lustigen Menschen“.

Glaubt man dem obersten saarländischen Karnevalisten, dann ist Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) spätestens jetzt für eine politische Bilderbuchkarriere perfekt ausgerüstet. Offiziell überreichte Hans-Werner Strauß als Präsident des Verbandes saarländischer Karnevalsvereine beim traditionellen Empfang des VSK am ersten Sonntag eines jungen Jahres in der Staatskanzlei „die Insignien eines ab sofort lustigen Menschen“. Nämlich die rote Stoffnase, einen lustigen Hut und eine Narrentröte. Nach Strauß’ vorausgehender Argumentation aber gebe es für Hans  als saarländischem Faasebootz jetzt keine Karriereschranken mehr.

Als Beispiel musste die CDU-Bundesvorsitzende und vorherige Landesmutter Annegret Kramp-Karrenbauer herhalten – selbstverständlich. Strauß bezeichnete die Kanzlei als „den närrischen Kreißsaal einer zukünftigen Bundeskanzlerin“. Sprach vom Saarland als „strategisch wichtigstes aller Bundesländer“ und von der „Weltmetropole Püttlingen“. Folglich wolle er eine im ganzen Saarland sichtbare Stele vor der Staatskanzlei platzieren, sollte man in Bälde „auf Knien“ dorthin kriechen. Mit der Inschrift: „Ist Fastnachtsblut in deine Adere drin, dann kannsche aach in der großen Politik was genn.“

Mehr als 300 Karnevalisten in der Staatskanzlei applaudierten amüsiert. Unter ihnen auch der oberste Karnevalist der Republik: Klaus-Ludwig Feß, Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK). Was aber hatte der Landesvater zuvor zu sagen? Zunächst gab es, noch etwas steif, Komplimente: „Egal, ob im Vorjahr der Bundespräsident da war oder das niederländische Königspaar, dieser Empfang ist was Besonderes, nirgends sonst schaut man in so viele gut gelaunte Gesichter.“

Weiter bekannte sich Hans zum Ehrenamt, besonders in Sachen Karneval. Jeder einzelne Ort im Saarland zeige gerade im Karneval seine Besonderheiten, die Ehrenamtliche zum Vorschein brächten. Folglich wolle er das ihm Mögliche tun, das ehrenamtliche Wirken wieder unkomplizierter, einfacher zu machen: „Denn das Ehrenamt muss Spaß machen.“ So, wie es die Fastnacht vermittelt – und das zum Beispiel in der kommenden Woche: „Dann steht das 33. Prinzenfrühstück an.“ Dann wird auch das Prinzenpaar des Jahrs gekürt.

Außerdem freut sich der Ministerpräsident auf die VSK-Fernseh-Kappensitzung im SR, in welcher der Verband traditionell einen Querschnitt der saarländischen Fastnacht zeigt: „Diese Narrenschau ist über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt.“

Dann, mittlerweile locker geworden, kamen auch Scherze von Hans – über die Pfalz und die AfD. Selbst in den Fokus der saarländischen Büttenredner zu kommen, mache ihm keine Bange: „Sollte das eine oder andere, was ich tue, die Qualität haben, in der Bütt erwähnt zu werden, dann bitteschön.“ Für den guten Zweck ging dann noch der Hut rum, das hat seit dem Vorjahr bei den VSK-Veranstaltungen Tradition. Präsident Strauß: „Im Vorjahr kamen damit 5000 Euro für das Projekt Klinik-Clowns zusammen, das wollen wir in dieser Session übertreffen.“