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Rolf Linsler will die Linke in den Saarbrücker Stadtrat führen

Rolf Linsler will die Linke in den Saarbrücker Stadtrat führen

Saarbrücken. Der Vorsitzende der Linkspartei im Saarland und ehemalige Landesleiter der Gewerkschaft Verdi, Rolf Linsler (Foto: dpa), will seine Partei als Spitzenkandidat in die Saarbrücker Stadtratswahl am 7. Juni führen

Saarbrücken. Der Vorsitzende der Linkspartei im Saarland und ehemalige Landesleiter der Gewerkschaft Verdi, Rolf Linsler (Foto: dpa), will seine Partei als Spitzenkandidat in die Saarbrücker Stadtratswahl am 7. Juni führen. Auch der Vorsitzende des Betriebsrats der Saarbahn & Bus GmbH, Winfried Jung, werde "vorne dabei sein", wenn die Linkspartei am Samstag ab 9 Uhr in der Festhalle Güdingen ihre Liste für die Stadtratswahl aufstellt, kündigt Rolf Linsler an.

Bei der Kommunalwahl in Saarbrücken werde es die Linkspartei schwerer haben als bei der Landtagswahl am 30. August, vermutet Linsler. "Wir werden wohl die 20 Prozent nicht ganz schaffen, aber sicher stärker als FDP und Grüne sein und mit einer starken Fraktion in den Stadtrat einziehen", spekuliert er.

Linsler ist Realist. "Wir werden die Welt in Saarbrücken nicht verändern können. Wir werden auch nicht alle Fehlentscheidungen der letzten Jahre rückgängig machen können", sagt er. Aber er hofft, dass die Linke im Stadtrat stark genug sein wird, um "Saarbrücken sozialer zu machen". Seine Fraktion werde sich nicht nur für benachteiligte Menschen einsetzen, sondern sich auch für "die benachteiligten Stadtteile", kündigt Linsler an.

Besonders kritisch werde die Linke dabei die Saarbrücker Großprojekte unter die Lupe nehmen.

"Die neue Veranstaltungshalle, Stadtmitte am Fluss, der vierte Museumspavillon, die am Eurobahnhof geplante Brücke - das sind Wahlversprechen in Höhe von mindestens 600 Millionen Euro", kritisiert der designierte Spitzenkandidat die politische Konkurrenz. Linsler: "Wir haben als Linke nichts gegen Stadtmitte am Fluss, aber mit uns ist darüber nur zu reden, wenn es auch finanzierbar ist. Das heißt: Das Projekt darf zum Beispiel nicht auf Kosten eines warmen Mittagessens für die Grundschüler gehen."

Die Linke sei bereit, Verantwortung zu übernehmen, es gehe ihr aber nicht um Posten, betont Rolf Linsler.

Nur ein Spitzenamt nimmt die Partei womöglich ins Visier: Man denke darüber nach, einen eigenen Kandidaten für das Amt des Regionalverbandsdirektors ins Rennen zu schicken.