Ritterliches Können mit der Lanze und dem Schwert

Ritterliches Können mit der Lanze und dem Schwert

St. Wendel. Jeder Wettkampf braucht Regeln. So auch das St. Wendeler Ritterturnier, das vom 31. August bis 2. September abgehalten wird. Anlass ist der Besuch der Stadt durch Kaiser Maximilian I. im Jahr 1512. Am Ende der drei Tage wird ein Turniersieger gekürt: Der Ritter, der die meisten Punkte erringt, erhält ein eigens angefertigtes Schwert

St. Wendel. Jeder Wettkampf braucht Regeln. So auch das St. Wendeler Ritterturnier, das vom 31. August bis 2. September abgehalten wird. Anlass ist der Besuch der Stadt durch Kaiser Maximilian I. im Jahr 1512. Am Ende der drei Tage wird ein Turniersieger gekürt: Der Ritter, der die meisten Punkte erringt, erhält ein eigens angefertigtes Schwert. "Es ist ein sorgfältig gearbeitetes, voll funktionsfähiges Schwert mit einer dem Zweck der Anfertigung entsprechenden qualitätvollen Vergoldung", erklärt der Waffenhistoriker und wissenschaftliche Berater des St. Wendeler Turniers, Alfred Geibig. Für St. Wendel wurde ein besonderes Regelwerk geschaffen. Geibig: " Die Regeln basieren dabei auf zeitgenössischen Quellen. Da in St. Wendel von einer hohen Qualität der Reiter, Pferde und Ausrüstungen ausgegangen wird, sind die Regeln entsprechend streng."Das Turnier besteht aus zwei Disziplinen: dem Tjost, Lanzenbrechen zu Pferd, und dem Massenkampf fünf gegen fünf, das sogenannte Melée. Beim Tjosten kann der Ritter zwischen einem und sieben Punkten erreichen, je nach dem, wie er seinen Gegner trifft und wie seine Lanze bricht. 20 gibt es, wenn sein Stoß den Gegner aus dem Sattel hebt. Hinzu kommt noch die Bewertung der Damenjury. "Bei dieser Jury handelt es sich um erfahrene reiterliche Fachfrauen. Diese bewerten vor allem das reiterliche Element, die Höflichkeit und Ritterlichkeit im Auftritt sowie die Show-Fähigkeiten. Das sind im Übrigen Kriterien, die bei den alten Turnieren der ritterlichen Zeit ebenfalls eine ganz wichtige Rolle spielten", erklärt Geibig. Auch die Knappen der Ritter werden tjosten, allerdings in einer leichteren Rüstung als ihre Ritter.

Im Mittelalter bewiesen Ritter beim Melée ihr Geschick im Reiten und den Trainingsstand ihrer Kriegspferde. So auch in St. Wendel. Jedes der zwei Teams wird aus vier Rittern und einem Knappen bestehen. Geibig: "Man muss sich das Ganze als eine schnelle Folge von taktischen Manövern vorstellen, ähnlich wie bei einem Luftkampf im Zweiten Weltkrieg. Dabei haben alle Kämpfer das Ziel, sich in die richtige Position für einen Angriff auf die Gegner zu bringen und diesen letztlich erfolgreich durchzuführen." Zehn Minuten wird die Massenschlacht dauern. Der Turniermeister wird den regelkonformen Ablauf überwachen und die Teilnehmer bewerten: Gewonnen hat die Partei, die am Ende noch die meisten Kämpfer hat. Die Gewinner erhalten jeweils 25 Punkte. Auch hier wird es von der Damenjury Sonderpunkte geben. Geibig ist überzeugt, dass das St. Wendeler Melée aufgrund der herausragenden Teilnehmer einzigartig sein wird und in dieser Form noch nie gezeigt wurde. Auch beim Tjosten wird die Elite der heutigen Ritter die Lanzen brechen, um den Turniersieg streiten. Nach einem strengen Regelwerk - wie es Kaiser Maximilian I. gefallen hätte.

turnier.sankt-wendel.de

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