1. Saarland

Ringen um die neue Ortsmitte

Ringen um die neue Ortsmitte

Fürstenhausen. Die Bemühungen der Völklinger Stadtverwaltung, die Neugestaltung der Fürstenhausener Ortsmitte voranzubringen, haben einen Rückschlag erlitten. Ein Investor wollte dort eine Altenpflege-Einrichtung bauen. Man stehe in engem Kontakt mit ihm, hieß es noch im August aus dem Rathaus

Fürstenhausen. Die Bemühungen der Völklinger Stadtverwaltung, die Neugestaltung der Fürstenhausener Ortsmitte voranzubringen, haben einen Rückschlag erlitten. Ein Investor wollte dort eine Altenpflege-Einrichtung bauen. Man stehe in engem Kontakt mit ihm, hieß es noch im August aus dem Rathaus. Jetzt aber, sagte Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) der SZ, habe der Investor wochen-, ja monatelang nichts von sich hören lassen. Daraufhin habe der Stadtrat entschieden, nicht mehr auf diesen Investor zu setzen. Das Planen für die Ortsmitte beginnt quasi von vorn.Das gilt auch für die Verlegung des Sportplatzes, die im Konzept "Grünes Quartier mit Zukunft" (siehe "Hintergrund") vorgesehen ist.

Vereine uneinig

Am Rande des ehemaligen Kokereigeländes, wo die städtischen Planer die neue Sportanlage errichten wollten, plane jetzt die RAG Montan Immobilien Photovoltaik, sagt Lorig; man müsse einen neuen Sportplatz-Standort suchen. Zudem stiften die lokalen Sportvereine Komplikationen. Die Stadt hatte vorgeschlagen, einen gemeinsamen Platz für die Kicker aus Fenne und Fürstenhausen zu bauen. Der SC Fenne hat sich zur Kooperation bereit erklärt. Nicht aber der SV Fürstenhausen: Der Verein habe, sagte Geschäftsführer Gerhard Derrenbächer jüngst der SZ, 1999 viel eigenes Geld in den Bau des - jetzt durch Bergschäden ramponierten - Rasenplatzes gesteckt. Müsse man sich künftig einen Platz mit einem anderen Verein teilen, müsse dieser sich auch finanziell engagieren. Das aber lehne der SC Fenne ab.

In der Tat erklärte der Fenner Vereinschef Heinrich Messinger, sein Verein habe dafür kein Geld. "Das geht gar nicht", sagt OB Lorig: Ohne Vereins-Eigenbeitrag könne die Stadt keine neue Sportstätte bauen. Doch auch die Fürstenhausener Argumentation sei unvollständig, sagt Lorig. Die Stadt habe dem Verein angeboten, ihm - als Ausgleich für seine Investition von 1999 - bei einer Platz-Verlegung einen Anteil an der RAG-Entschädigung zu geben. Das habe der Verein abgelehnt; er wolle solo bleiben - auf altem Platz.

Wie diesen Knoten lösen? Oberbürgermeister Klaus Lorig plädiert dafür, die "Perspektive 'Grünes Quartier' " beizubehalten, also den Sportplatz zu verlegen. Dessen Nutzung dann zu teilen, liege bei der Stadt, "es ist ja ein städtischer Platz". Aber zuvor, sagt Lorig, müsse "der Stadtrat entscheiden, was er eigentlich will". Als Basis dafür berechne die Verwaltung derzeit, wie teuer welche Platz-Variante die Stadt zu stehen kommt.

Wirken sich diese Unklarheiten auch auf die Pläne der RAG aus? Der abrissreife Häuserblock rund um das einstige "Palais Royal" sollte, so hieß es im August, im Oktober fallen. Dass er noch steht, sagte RAG-Sprecherin Annette Weinmann auf SZ-Nachfrage, hänge aber nicht zusammen mit dem städtischen Nachdenken. Vielmehr habe sich ein Schadstoffgutachten länger hingezogen als geplant. Wenn das Wetter es zulasse, solle der Abbruch noch 2012 beginnen.

Hintergrund

Fürstenhausens Ortskern ist nach Grubenschäden und vielen Haus-Abrissen ein Sanierungsfall. Für die Neugestaltung hatte der Völklinger Stadtrat 2008 das Konzept "Grünes Quartier mit Zukunft" als Bebauungsplan verabschiedet. Planer Willi Latz hatte darin - neben einer neuen Wohnsiedlung aus Passiv- und Niedrigenergie-Häusern und Seniorenwohnungen - einen Landschaftspark entworfen. Dazu ist es nötig, den Sportplatz zu verlegen. dd