1. Saarland

Riesenspaß in der Kunststoffkugel

Riesenspaß in der Kunststoffkugel

Friedrichsthal. "Was ist bloß aus dem Friedrichsthaler Stadtfest geworden?" Diese Frage stellen sich am späten Samstagnachmittag viele Besucher der beliebten Sause. Kaum hatten sie zum Gang über die Festmeile angesetzt, so war der auch schon wieder beendet. Der Festbereich wirkte gegenüber dem Vorjahr noch kleiner, was wohl an den großen Lücken zwischendrin lag

Friedrichsthal. "Was ist bloß aus dem Friedrichsthaler Stadtfest geworden?" Diese Frage stellen sich am späten Samstagnachmittag viele Besucher der beliebten Sause. Kaum hatten sie zum Gang über die Festmeile angesetzt, so war der auch schon wieder beendet.Der Festbereich wirkte gegenüber dem Vorjahr noch kleiner, was wohl an den großen Lücken zwischendrin lag. Und dann fehlten in diesem Jahr komplett die Stände von Friedrichsthaler Vereinen. Die Standgebühren seien einfach zu hoch, und außerdem habe man immer weniger Leute, die zwei Tage lang helfen wollten, war mehrmals zu hören.

Die Erste Beigeordnete Anne Hauptmann beschlich dann auch bei ihrem Rundgang ein doch "leicht beklemmendes Gefühl". "Es fehlen einfach die Vereine, zu denen man gehen und sich unterhalten kann", meinte sie. Dennoch fanden sich schon zur Eröffnung am Samstag gegen 16 Uhr zahlreiche Schaulustige vor der He-Cha-Bühne ein. Zu diesem Zeitpunkt wurde an vielen Ständen noch gewerkelt. In Vertretung des Schirmherrn, Bürgermeister Rolf Schultheis, dankte Anne Hauptmann den Verantwortlichen der Interessen-Gemeinschaft (IG) Handel & Handwerk für die Organisation des Festes. "Ich weiß, dass die Rahmenbedingungen für solch große Veranstaltungen immer schwieriger werden. Deshalb sind wir als Stadt den Verantwortlichen dankbar, dass es ihnen trotzdem gelingt, ein solches Fest auf die Beine zu stellen", erklärte Hauptmann im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung.

Die Beigeordnete machte auch einen interessanten Vorschlag, wie das Fest für die Zukunft gesichert werden könnte: "Vielleicht sollte man überlegen, die Kirmes und das Stadtfest zusammenzulegen."

Dies sei auch von einigen Besuchern an sie herangetragen worden. Hauptmann: "Ich bin sicher, dass davon beide Seiten, sprich beide Feste, profitieren würden."

Doch zurück zur Gegenwart: Im Namen der Interessen-Gemeinschaft dankte Heribert Lang allen Sponsoren für die Unterstützung. Dann kam der große Auftritt der drei Hauch-Brüder: Adolf, Dieter und Harald Hauch luden ihre Vorderladerpistolen und donnerten drei Salven in den Himmel. Der war blau, weil wolkenlos. Langsam, aber stetig nahm der Betrieb in der kleinen Festmeile zu. Am späten Abend war es fast wie immer: Die Leute strömten in Scharen durch die Saarbrücker Straße. Sie umlagerten Bier- und Cocktailstände oder saßen im riesigen Biergarten auf dem Marktplatz.

Die DJs Olli und Ralf alias "Lampenfieber" trafen mit ihrer Musik den Nerv des Publikums. Diesen Gästen schien es egal, dass keine Friedrichsthaler Vereine vertreten waren. Und die jüngeren Festbesucher düsten mit Karacho über den Safari-Trip.

Und wer sich traute, riskierte in einer der vier durchsichtigen großen Kunststoffkugeln einen Ritt übers Wasser. Splash-Ball nennt sich das Ganze. Eine willkommene Abwechslung auch für die Großen.

Das war auch Aktionskünstlerin Belinda - mit bürgerlichem Namen heißt die junge Dame Madlen Mattke - mit ihrer Pudeldame Maya. Wo die beiden auftraten, waren sie sofort umringt. Gestern öffneten dann die Friedrichsthaler Geschäfte von 13 bis 18 Uhr ihre Läden und lockten die Kunden mit interessanten Angeboten. "Vielleicht sollte man überlegen, Kirmes und Stadtfest zusammen-

zulegen."

Anne Hauptmann