1. Saarland

Riesenandrang an der Basteltafel

Riesenandrang an der Basteltafel

St. Wendel. Noch ist der Ausgaberaum der St. Wendeler Tafel fast leer, Helfer huschen umher, sie sind mit den letzten Vorbereitungen für die Warenausgabe beschäftigt. Vor der Tafel warten schon einige Familien, auch Kinder sind dabei. Dann gibt Rosi Klos das Zeichen zum Einlass. Schon seit mehr als zehn Jahren leitet die 59-Jährige ehrenamtlich die St

St. Wendel. Noch ist der Ausgaberaum der St. Wendeler Tafel fast leer, Helfer huschen umher, sie sind mit den letzten Vorbereitungen für die Warenausgabe beschäftigt. Vor der Tafel warten schon einige Familien, auch Kinder sind dabei. Dann gibt Rosi Klos das Zeichen zum Einlass. Schon seit mehr als zehn Jahren leitet die 59-Jährige ehrenamtlich die St. Wendeler Tafel, und sie lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen, um finanziell schwachen Menschen und vor allem Familien ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Auch dieses Mal hatte sie wieder eine Idee, die Kinderaugen zum Leuchten brachte:

Mehr als nur ein Zeitvertreib

Eine Bastelaktion in der Tafel, für Kinder, deren Eltern auf die Essensausgabe warten. Klos erzählt, wie die Idee zu dem Projekt entstand: "Zurzeit haben wir zwei Schülerinnen, die hier bei der Tafel ein Anerkennungspraktikum ableisten. Ich habe mir das Basteln als kleines Projekt für die beiden ausgedacht", erklärt sie weiter. "Außerdem ist es eine Erleichterung für die Eltern der Kinder. Denn während die Eltern die Waren von der Tafel erhalten, können ihre Kinder, die ja im Moment Ferien haben, unter der Aufsicht unserer Praktikantinnen tolle Dinge basteln und nach Hause nehmen."

Auch die beiden Praktikantinnen Mareike Brodt (19) und Mandy Schaum (20) finden die Bastelaktion super. Die beiden sind Schülerinnen der Dr.-Walter-Bruch-Schule (sozialpflegerischer Bereich) und werden zur staatlich geprüften Fachkraft für Haushaltsführung und ambulante Betreuung ausgebildet. Sie haben sich Bastelideen ausgedacht, ein Informationsplakat gestaltet und Materialien eingekauft. Weil die Eltern oft schneller mit der Warenannahme fertig sind, als ihre Kinder mit dem Basteln, haben Brodt und Schaum schon ein wenig vorgebastelt, sodass auch jedes Kind rechtzeitig fertig wird.

Das Basteln macht ihnen Spaß. Ein Kind nach dem anderen kommt an den großen Tisch, der voller Bastelutensilien liegt. Die Praktikantinnen begrüßen die Kleinen liebevoll, und gemeinsam beginnen sie sofort mit dem Basteln. Herbstdeko, Drachen und bunte Schleifen sind beliebt. Basteln kostet Energie, aber auch dafür ist gesorgt. Gummibärchen und Getränke stehen zur Verpflegung bereit. Für einige Kinder heißt es dann aber auch schon: fertig werden. Die ersten Eltern sind von der Ausgabe zurück und bekommen von ihren Kindern stolz die gebastelten Werke präsentiert. Auch Rosi Klos ist begeistert: "Die Resonanz ist groß, das freut mich." Das Basteln soll jetzt auch öfter stattfinden, vorerst immer mittwochs und freitags in den Ferien. "Wenn auch weiterhin Interesse besteht und wir genügend Praktikanten haben, wird es noch weitere Projekte geben", so Klos.