Richtiges Essen kann Krebs bremsen

Homburg. So könnte es aussehen, ein Essen mit vorbeugender Wirkung: Eine Currywurst gegen drohende demenzielle Einschränkungen, ein oder zwei Gläser vom richtigen Rotwein gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden und danach ein grüner Tee - als Schutzschild gegen Krebs

 Zumindest das Curry an der Curry-Wurst fördert nach Ansicht von Medizinern die Gesundheit. Foto: dpa

Zumindest das Curry an der Curry-Wurst fördert nach Ansicht von Medizinern die Gesundheit. Foto: dpa

Homburg. So könnte es aussehen, ein Essen mit vorbeugender Wirkung: Eine Currywurst gegen drohende demenzielle Einschränkungen, ein oder zwei Gläser vom richtigen Rotwein gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden und danach ein grüner Tee - als Schutzschild gegen Krebs. Lebensmittel als Instrument im Kampf gegen schwere Erkrankungen standen im Mittelpunkt eines Vortragsabends des Jose-Carreras-Zentrums im Homburger Uniklinikum am Dienstagabend. Eingeladen hatte die Industrie- und Handelskammer des Saarlandes zusammen mit dem Gesundheitsministerium und der ZPT, der Zentrale für Produktivität und Technologie mit ihrem Netzwerk "healthcare saarland". Im Zentrum: Die Forschungen des Jose-Carreras-Zentrums zu neuartigen Konzepten in der Behandlung von Patienten mit Krebs, Immunschwächen und degenerativen Erkrankungen.

Professor Ulrich Mahlknecht erläuterte in seinem Vortrag Grundsätzliches zur positiven Wirkungen einzelner Lebensmittelbestandteil. Mahlknechts Basis für seine Erläuterungen: Eine wissenschaftliche Studie zu Krebserkrankungen in Indien und deren deutliche Diskrepanz zu den deutschen Zahlen. Auf dem Subkontinent lägen diese merkbar niedriger. Als Begründung nannte Mahlnecht abweichende Ernährung. Und eben die Ernährung, so Mahlknecht, mache immerhin 30 Prozent der Risikofaktoren für eine Krebserkrankung aus.

Nach Mahlknechts grundsätzlicher Einschätzung, dass Ernährung als wesentlicher Ansatz für eine Risiko-Minderung bei Krebserkrankungen dienen könne, wurde es dann plastischer. Navina Dahmke, Diplom-Humbiologin am Universitätsklinikum, stellte Curcumin, den Hauptbestandteil von Curry, in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. So sei Curcumin entzündungshemmend und antioxidantisch. "Zusätzlich ist Curcumin chemo-präventiv. Dies bedeutet, dass eine Substanz Zellveränderungen vorbeugen kann, die chemisch hervorgerufen werden." Auch könne Curcumin einen positiven Einfluss auf die Entwicklung demenzieller Erkrankungen haben. Dahmkes Kollege, der Diplom-Biologe Christian Drahnsfeld, schilderte die Auswirkungen von Rotweinen, namentlich aus Südwestfrankreich, für die Stärkung des Herz-Kreislaufsystems, basierend auf Studien, die den Bewohnern dort trotz üppigen Essens eine reduzierte Erkrankungsrate am Herzen attestiere. Bevor Dr. Hardy Walle abschließend über Therapie begleitende Ernährung sprach, war es an der Diplom-Biologin Judith Katto, grünen Tee als vorbeugendes Nahrungsmittel in der Risiko-Minderung von Krebs oder Alzheimer zu identifizieren. thw

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