Richterin spricht angeblichen Temposünder frei

Neunkirchen. Mit einem Freispruch endete vor dem Amtsgericht Neunkirchen ein Verfahren (Az. 19 Owi 61 JS 1102/11) gegen einen 48 Jahre alten Handwerker aus Püttlingen. Er war auf der Autobahn A 8 bei Neunkichen-Furpach (Fahrtrichtung Zweibrücken) in eine Tempokontrolle gefahren. Dabei wurde er mit 137 Kilometern pro Stunde statt der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h gemessen

Neunkirchen. Mit einem Freispruch endete vor dem Amtsgericht Neunkirchen ein Verfahren (Az. 19 Owi 61 JS 1102/11) gegen einen 48 Jahre alten Handwerker aus Püttlingen. Er war auf der Autobahn A 8 bei Neunkichen-Furpach (Fahrtrichtung Zweibrücken) in eine Tempokontrolle gefahren. Dabei wurde er mit 137 Kilometern pro Stunde statt der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h gemessen. Weil er im Verkehrssünderregister bereits vorbelastet war, hätte diese Ordnungswidrigkeit für ihn ein Fahrverbot bedeutet. Sein Anwalt Rainer Strauß aus Püttlingen argumentierte vor der Verkehrsrichterin, dass die Messung mit dem Gerät ES 3.0 des Herstellers ESO nicht nachvollziehbar sei. Insbesondere sei die im Beweisfoto gezeigte Position des Fahrzeuges nicht exakt zu bestimmen. Nach Angaben von Amtsgerichtsdirektor Johannes Schmidt-Drewniok schaltete das Gericht einen Gutachter ein, der die Messung nicht mit der notwendigen Sicherheit nachvollziehen konnte. Die Polizei hatte eine sonst nicht praktizierte Kameraeinstellung gewählt, weshalb mit "ungewöhnlich flachem Winkel" fotografiert wurde. Demnach hätte das Auto in der gemessenen Zeit eine um bis zu 76 Zentimeter kürzere oder weitere Strecke durchfahren können.Gerichtsdirektor Schmidt-Drewniok betonte, der rechtskräftige Freispruch habe keine grundsätzliche Bedeutung. Er beruhe auf einer im Einzelfall aufgetretenen Besonderheit. Vergleichbare Freisprüche gab es bislang im Zuständigkeitsbereich des Neunkircher Gerichtes nicht. mju

Foto: dpa

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort