1. Saarland

Ressourcen werden geschont

Ressourcen werden geschont

Kirkel. Die Firma Bahnlog, die auf einem 60 Hektar großen Gelände zwischen Altstadt und Homburg tätig ist, hat eine Öko-Bilanz ihrer Aktivitäten erstellen lassen. Durchgeführt wurde die Studie vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg (ifeu). Das Institut hatte diese Studie bereits Ende November in einer Kurzfassung bei Bahnlog vorgestellt (wir berichteten)

Kirkel. Die Firma Bahnlog, die auf einem 60 Hektar großen Gelände zwischen Altstadt und Homburg tätig ist, hat eine Öko-Bilanz ihrer Aktivitäten erstellen lassen. Durchgeführt wurde die Studie vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg (ifeu). Das Institut hatte diese Studie bereits Ende November in einer Kurzfassung bei Bahnlog vorgestellt (wir berichteten). Gestern hatte Jörg-Michael Fries, geschäftsführender Gesellschafter von Bahnlog, das Institut noch einmal eingeladen, um die Ergebnisse einem möglichst breiten Publikum vorzustellen.Was auch gelungen ist, denn neben Kommunalpolitikern wie dem Altstadter Ortsvorsteher Peter Voigt (SPD), der Altstadter Naturschutzbeauftragten Christiane Nagel und dem Homburger Bürgermeister Klaus Roth (CDU), war mit Karl-Heinz Woitelle erstmals ein Vertreter der Bürgerinitiative Bibaz gekommen, die seit Jahren gegen Bahnlog kämpft, bisher aber nie den Dialog mit der Firma gesucht hat.

Deshalb begrüßte Fries auch Woitelles Anwesenheit: "Ich mag keine Heckenschützen. Ich bin froh, wenn Herr Woitelle hierher kommt und Fragen stellt." Die Hauptaufgabe des 120-Mann-Betriebes Bahnlog besteht darin, Gleisschotter und Bahnschwellen wiederaufzubereiten.

Zu dem Gelände, das seit 100 Jahren der Bahn gehört und mal mehr, mal weniger intensiv genutzt wurde, gehören mehrere Kilometer Schiene, die eine Direktverbindung zum Homburger Bahnhof garantieren. Die Öko-Bilanz sieht nach ifeu sehr positiv aus: Bei der Wiederverwertung des Gleisbau-Materials spare Bahnlog Energie und vermindere den Ressourcenverbrauch.

Bei den Gegnern von Bahnlog handelte es sich bei diesem Gutachten "um eine Binsenweisheit", so Karl-Heinz Woitelle, "eine Liebhaberei, die keine drängende Frage beantwortet." Eine Umweltverträglichkeitsstudie hätte Fries in Auftrag geben sollen, "denn dass es gut und richtig ist, Rohstoffe wie Metalle, Steine und Beton zu recyceln, dazu brauchen wir keine aufwendige Studie".

Woitelle wies immer wieder darauf hin, dass Bahnlog mit dem von Herbiziden belasteten Bahnschotter das Grundwasser im Wasserschutzgebiet verunreinige. Fries erklärte, dass Boden und Wasser auf dem Bahnlog-Gelände ohnehin seit Jahrzehnten hoch belastet seien: "Die Bahn hat hier bis in die 90er Jahre Herbizid-Spritzwagen gereinigt, im Krieg lag hier Munition, es wurden Kesselwagen geleert und sogar Müll gelagert." Bahnlog bemühe sich stattdessen, die Belastung nicht zu erhöhen, "wir werden hier regelmäßig kontrolliert", so Fries. Und warum gibt es bisher keine Umweltverträglichkeitsstudie? "Weil es bereits vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz eine Umweltverträglichkeitsvorprüfung gab, die so positiv ausfiel, dass eine große Studie als überflüssig angesehen wurde", so Fries. Außerdem sei die Öko-Bilanz keineswegs "überflüssig": Bevor man die Umweltverträglichkeit genau überprüfe, brauche man erst einmal eine Grundlage, "ob das, was wir hier machen, im ökologischen Sinne überhaupt wichtig und sinnvoll ist."

Auf einen Blick

 Das Bahnlog-Gelände hat eine lange Geschichte. Dieses Foto entstand in den 20er Jahren. Die Bahn nahm bis in die 90er Jahre wenig Rücksicht auf die Umwelt und kippte hier Herbizide ab. Fotos: Bahnlog
Das Bahnlog-Gelände hat eine lange Geschichte. Dieses Foto entstand in den 20er Jahren. Die Bahn nahm bis in die 90er Jahre wenig Rücksicht auf die Umwelt und kippte hier Herbizide ab. Fotos: Bahnlog

Der BUND Saar hat am 9. Januar beim Umweltministerium den Antrag auf vorläufige Stilllegung der Firma Bahnlog gestellt. Dazu wollte sich Jörg-Michael Fries, geschäftsführender Gesellschafter von Bahnlog, nicht äußern. Es handele sich um ein laufendes Verfahren. Es seien von seiner Seite aus alle gesetzlichen Auflagen zum Betrieb der Recycling-Anlage erfüllt worden. Recycelt werden Beton- und Holzschwellen sowie Gleisschotter. maa