Respekt vor Mensch und Umwelt lernen

Respekt vor Mensch und Umwelt lernen

Sulzbach. "Hier stinkt's", sagte David Karb, einer der Viertklässler der Mellinschule bei der Wassergüte-Analyse des Sulzbachs in Höhe des Stadtparks. Im Rahmen der "sozialen Projektwoche", die von Montag bis vergangenen Mittwoch erstmals veranstaltet wurde, engagierten sich die Schülerinnen und Schüler einmal für andere

Sulzbach. "Hier stinkt's", sagte David Karb, einer der Viertklässler der Mellinschule bei der Wassergüte-Analyse des Sulzbachs in Höhe des Stadtparks. Im Rahmen der "sozialen Projektwoche", die von Montag bis vergangenen Mittwoch erstmals veranstaltet wurde, engagierten sich die Schülerinnen und Schüler einmal für andere."Soziales Engagement und das Erlernen sozialer Kompetenzen gehören fest zum pädagogischen Konzept an unserer Schule", betonte Schulleiterin Birgit Amann. Und so entstand ein gutes Dutzend verschiedener Ideen, wie man sich für andere oder die Gesellschaft einsetzen kann.

Mit Sieben, Eimern und Lupen bewaffnet rückten die vierten Klassen von Christine Schuldt und Sebastian Nowack dem Sulzbach zu Leibe. "Die Schüler sollen zunächst mit ihren eigenen Sinnen die Umwelt erleben", erklärte Schuldt, "wie riecht es? Wie sieht es aus? Wie fühlt es sich an?". Mit sogenannten Bio-Indikatoren - das sind Klein- und Kleinstlebewesen, die den Sulzbach als ihren Lebensraum erobert haben - bemühten sich die Schüler dann, die Wasserqualität festzustellen. Anhand von zuvor aufgestellten Listen und Zeichnungen wurden die Tiere identifiziert.

"Das könnte eine Eintagsfliegenlarve sein", vermutete Yannick Eiler. Mitschülerin Jessica Wahl war sich noch nicht sicher: "Ist das ein Bachfliegenkrebs?"

Anhand ihrer Kriterien bescheinigten die Schüler dem Sulzbach nur eine mittlere Wasserqualität.

Mit der Umwelt - genauer gesagt mit dem Ökosystem Wald - beschäftigten sich auch die Erstklässler von Margret Stang. "Wir waren zuerst am Brennenden Berg", erzählte Klassensprecherin Daria Graß, "dort haben wir uns verschiedene Pflanzen angeschaut und nach Tierspuren gesucht. Dann haben wir aus Blättern und Ästen ein Nest für ein Eichhörnchen gebaut". Freundin Hanna Kubera fügte hinzu: "Und wir haben ausgiebig gefrühstückt."

Unter Anleitung von Umweltpädagogin Kornelia Wolf bauten die Kinder Blätterhütten und sammelten Müll ein. "Am Montag haben wir zunächst besprochen, welche Tiere überhaupt bei uns im Wald leben. Ich habe einige Präparate und auch Felle mitgebracht", so Wolf, "aber es geht auch um soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Teamarbeit".

Akzeptanz von Andersartigem ist auch der Inhalt des Stücks "die rote Katze", das die Schülerinnen und Schüler unter Leitung von Margarete Scherer am Montag in einer Senioreneinrichtung in Friedrichsthal, am Dienstag für Mitschüler und Kindergartenkinder im Salzbrunnenhaus in Sulzbach und am Mittwoch beim Senioren-Mittagstisch in Neuweiler aufführten. "Ich spiele einen Außenseiter. Alle sind gegen mich - außer den Mäusen", berichtete die neunjährige Tosca Neuschwander, die im Wechsel mit Sabrina Harff die Titelrolle spielte, "wir bereiten das Stück seit einigen Wochen vor. Das Lernen des Textes war aber nicht so schwer". Kostüme, Maske, Bühnenbild, aber auch Musik, Gesang und Schauspiel des gesamten Ensembles begeisterten die großen und kleinen Zuschauer - zumal es natürlich ein Happy End gibt.

Tosca Neuschwander in dem Stück "Die rote Katze".
Beim Bau eines Blätterhauses (von links): Leonie Degel, Hanna Kubera, Daria Graß und Rafethan Badirma. Fotos: Cordier.

Die dritte Klasse von Barbara Toc beschäftigte sich mit dem schulischen Nachwuchs. Die kommenden Abc-Schützen aus den Sulzbacher Kindergärten wurden von ihnen mit verschiedenen Spiel- und Lernformen auf den Übergang von der Vor- zur Grundschule vorbereitet. Denn in zwei Jahren sind auch die neuen Schülerinnen und Schüler mit ihren Ideen gefragt - dann findet die nächste Projektwoche der Mellinschule statt.