Resolution soll die Hasenfelsschule retten

Resolution soll die Hasenfelsschule retten

St. Ingbert. Für sensible Naturen muss die Sitzung des St. Ingberter Bildungsausschusses am Donnerstag ein Graus gewesen sein. Es wurde kräftig ausgeteilt. Im Auge des Orkans: Herbert Buhr, Leiter der St. Ingberter Südschule. Weit über zwei Stunden debattierten Verwaltung, Ratsausschuss und Eltern aus St

St. Ingbert. Für sensible Naturen muss die Sitzung des St. Ingberter Bildungsausschusses am Donnerstag ein Graus gewesen sein. Es wurde kräftig ausgeteilt. Im Auge des Orkans: Herbert Buhr, Leiter der St. Ingberter Südschule. Weit über zwei Stunden debattierten Verwaltung, Ratsausschuss und Eltern aus St. Ingbert sowie Oberwürzbach um die Frage, wie die Einschulung im kommenden Schuljahr an der Südschule mit Dependance Hasenfelsschule aussehen soll. Dann verabschiedete das Gremium einstimmig eine Resolution (die SZ berichtete kurz). Sie richtet sich an das Bildungsministerium und fordert eine eigenständige erste Klasse für den Stadtteil, drei kleine Klassen für St. Ingbert Süd. In Oberwürzbach soll jahrgangsübergreifendes Lernen möglich sein. Sie soll als Biosphärenschule vorbildhaft für den ländlichen Raum ausgebaut werden. Damit wendet sich die Resolution gegen die Aussage des Ministeriums, das diese Woche erläuterte, Schulleiter Buhr habe eigenständig auf Grund der Faktenlage entschieden, die Hasenfelsschule bekomme keine Abc-Schützen (die SZ berichtete). Buhr wiederum erläuterte tags darauf, er habe die Entscheidung in Abstimmung mit Ministerium und St. Ingberts OB Georg Jung getroffen. Letzterer verlas zu Beginn der Sitzung eine eigene Erklärung, in der er die Äußerung Buhrs einer gemeinsamen Lösung entschieden zurückwies. Der weitere Diskussionsprozess zeigte eines: Die Kluft zwischen den Eltern beide Standorte ist groß. Eine Vertreterin der Südschule: "Wir wollen und werden uns nicht mehr rechtfertigen, warum wir nicht nach Oberwürzbach gehen." Die Südschule habe Klassen am Limit, was zu ungleichen Bildungschancen führe.

Lydia Schaar hatte den Abend eröffnet. Die Ortsvorsteherin Oberwürzbachs sprach zynisch von einem schönen Geburtstagsgeschenk, das der Hasenfelsschule zum 100. Geburtsgeschenk gemacht werde. Und von einer "Kehrtwende um 180 Grad", da bislang eine erste Klasse in Oberwürzbach als gesetzt galt.

Die SPD brachte eine Resolution ins Spiel. Die CDU betonte, die Entscheidung um die Einschulung liege beim Schulleiter, machte sich aber für ein Vier-Klassen-Modell stark sowie für jahrgangsübergreifende Klassen und eine echte Ganztagsschule im Stadtteil. Swen Sauer, für die SPD im Ortsrat Oberwürzbach, griff wie andere Redner die Arbeit des Schulleiters ("ohne Konzept") massiv an. Die Grünen betonten, die demographische Kurve spreche gegen den Stadtteil, in Sachen Modellschule seien fünf Jahre vertan worden. Die Freien Wähler ernteten empörte Zwischenrufe. Im jährlichen Streit, welche St. Ingberter Kinder zur Hasenfelsschule fahren müssten, müsse man endlich die Wahrheit sagen. Deshalb: Alle Kinder zum Hauptstandort. Mitte-Ortsvorsteher Ulli Meyer nahm den Schulleiter in Schutz und forderte erneut: Keine Lösung einseitig zu Lasten der St. Ingberter.

Bis zu den Sommerferien soll jetzt eine Entscheidung her.