Reine Kunst auf drei Stockwerken

Sulzbach. Zerbrechliche Kunst und veredelte Alltagsgegenstände - "Glas kann fast alles". Am vergangenen Wochenende fanden in der Sulzbacher Aula die 7. Sulzbacher Glaskunsttage statt. Zusammen mit dem Kunstverein Sulzbach-Saar ist es der Stadt Sulzbach gelungen, ein breites Spektrum an Glaskunst zu präsentieren

 Die Besucher nahmen die Ausstellungsstücke genau in Augenschein. Fotos: Thomas Seeber

Die Besucher nahmen die Ausstellungsstücke genau in Augenschein. Fotos: Thomas Seeber

Sulzbach. Zerbrechliche Kunst und veredelte Alltagsgegenstände - "Glas kann fast alles". Am vergangenen Wochenende fanden in der Sulzbacher Aula die 7. Sulzbacher Glaskunsttage statt. Zusammen mit dem Kunstverein Sulzbach-Saar ist es der Stadt Sulzbach gelungen, ein breites Spektrum an Glaskunst zu präsentieren.Insgesamt 30 Künstler und Aussteller aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, England und Tschechien stellten ihre Werke von traditioneller bis moderner Glaskunst vor. Den Besuchern bot sich auf drei Stockwerken ein Anblick von reinen Kunstwerken in allen Farben und Formen sowie von veredelten Gebrauchsgegenständen.

Die Sulzbacher Glaskunsttage wurden vor sieben Jahren ins Leben gerufen, um an die alte Sulzbacher Glasindustrie zu erinnern. Die Glasmacherei hat im Saarland und insbesondere in Sulzbach eine lange Tradition. Das Handwerk mit dem fragilen Stoff etablierte sich an diesem Standort Ende des 18. Jahrhunderts. Bis in die 1920er Jahre wurde noch Wert auf die alte Tradition gelegt.

Farbintensiv

"Heute gibt es so viele Techniken, wie man sich ausdenken will", sagt Künstler Manuel Schäfer. Seine farbintensiven Werke konnten die Besucher im Erdgeschoss betrachten. "Wenn es mehr solcher Ausstellungen gäbe, wäre die Glaswelt sicher", sagt der geborene Hamburger.

"Der Kunstverein Sulzbach-Saar hat es sich auf die Fahne geschrieben, hier Kunst zu zeigen und junge Künstler zu fördern", sagt die Organisatorin der Glaskunsttage Gerlinde Kleutsch-Barth.

Für ungefähr die Hälfte der Künstler war die Ausstellung in der Sulzbacher Aula eine Premiere. Zahlen müssen sie dafür nichts, stattdessen gibt es die Tradition, dass jeder Aussteller eines seiner Stücke für eine Auktion zur Verfügung stellt, welche traditionell sonntags um 15 Uhr stattfindet.

Neben dem Staunen über die Vielfältigkeit von Glas konnte man im zweiten Stock auch selbst aktiv werden. Dort hatte Graveur Martin Fabian seine Gravurmaschine aufgestellt, an der sich Besucher selbst einmal probieren konnten und festgestellt haben, dass es gar nicht so einfach ist, vorgezeichnete Linien zu treffen oder einen Kreis zu gravieren.

Daneben boten Maria und Burkhardt Valentin vom Glas- und Heimatmuseum Warndt unter dem Motto: "Glas kann (fast) alles" einen kleinen Einblick in ihre Ausstellung.

Und was das scheinbar zerbrechliche Material so alles kann, ist wirklich erstaunlich. So sah man nicht nur gläserne Teigrollen oder eine alte Schusterkugel, sondern auch Waschbretter und ein Reibebrett, von dem Burkhardt Valentin versichert, dass es immer noch extrem scharf ist.

 Glasbläser Jörg Hanowski beim Herstellen eines Glaskopfes

Glasbläser Jörg Hanowski beim Herstellen eines Glaskopfes

 Dieses Glasobjekt stammt von Herrmann Ritterswürden.

Dieses Glasobjekt stammt von Herrmann Ritterswürden.

Die Gäste der 7. Sulzbacher Glaskunsttage waren beeindruckt. "Es ist Wahnsinn, was man mit Glas alles machen kann", sagt Besucherin Brunhilde Maser, und "ich bin angenehm überrascht, denn die Sachen sind wunderschön und das Tollste ist: jeder Künstler kann etwas zu seinen Stücken erzählen".

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