1. Saarland

Regionaler Dialekt ist ein unersetzliches Kulturgut

Regionaler Dialekt ist ein unersetzliches Kulturgut

Freisen. Die Mundartexpertin Edith Braun, bekannt durch zahlreiche Bücher in und über Mundart sowie durch ihre samstägliche Kolumne in der Saarbrücker Zeitung, kommt am Sonntag, 11. September, ins Rathaus nach Freisen. Sie präsentiert dort ab 15 Uhr einen Mundartnachmittag mit Autoren aus verschiedenen Dialektregionen

Freisen. Die Mundartexpertin Edith Braun, bekannt durch zahlreiche Bücher in und über Mundart sowie durch ihre samstägliche Kolumne in der Saarbrücker Zeitung, kommt am Sonntag, 11. September, ins Rathaus nach Freisen. Sie präsentiert dort ab 15 Uhr einen Mundartnachmittag mit Autoren aus verschiedenen Dialektregionen.Eine Art Heimspiel hat die in der Gemeinde Freisen bekannte Gisela Müller. Sie ist in Werschweiler im Ostertal geboren und kam vor 52 Jahren durch ihre Heirat mit dem Landwirt Heinz Müller nach Asweiler. Die Geschichte des Dorfes hat sie intensiv und vielfach engagiert miterlebt. Zu ihren Aufgaben als Hausfrau und Mutter, als Bäuerin und stellvertretende Posthalterin gesellte sich auch über 20 Jahre lang die Arbeit als Vorsitzende des örtlichen Landfrauenvereins. Ihre Gedanken und Erfahrungen hält sie gern in Versen fest — in Hochdeutsch und in Mundart. Sie hat zwei Gedichtbände veröffentlicht, ein Kochbuch mit regionalen Rezepten und das Heimatbuch "Spurensuche" zur 600 Jahr-Feier des Ortes Asweiler.

Eine Kusine Müllers ist Adelinde Wolff aus Werschweiler, die dort ihr Leben als Bäuerin verbracht hat. In zwei Büchern ("Werschweiler Mundart" - zusammen mit Edith Braun - und "Unser dääschlich Brot") beschreibt sie in einer eigens für die Werschweiler Mundart entwickelten Schreibweise anschaulich ihr früheres bäuerliches Leben. Ihre schwere Kindheit und Jugend in der Kriegs- und Nachkriegszeit bildet einen Schwerpunkt ihrer sehr lebendigen Schilderungen.

Marianne Haas-Heckel, ehemalige Lehrerin, ist eine angesehene Mundartforscherin und Mundartautorin aus Sarreguemines. Sie schreibt ein Wörterbuch der Saargemünder Mundart, schreibt außerdem für Lothringer Literaturzeitschriften, hat bekannte Literaturklassiker wie "Der kleine Prinz" und "Struwwelpeter" ins Lothringische übertragen, ist regelmäßig mit einer Mundartsendung auf Radio Melodie zu hören und betreibt in Saargemünd eine Mundart-Schreibwerkstatt.

Evelyn Treib, geboren und aufgewachsen in Saarbrücken, schreibt in Hochdeutsch und in Saarbrücker Mundart. Arbeiten für den Saarländischen Rundfunk und die Saarbrücker Zeitung. Verfasste zusammen mit Edith Braun die Bücher "Necknamen und Schimpfnamen saarländischer Orte" und "Keine Fisimatenten — Französische Wörter in saarländischen Mundarten". Ihre Mundartgeschichten zeigen eine Vorliebe für humorvolle Darstellung.

Erich Thomas stammt aus Hasborn und war Lehrer in Marpingen. Er schreibt in Hochdeutsch und in seinem Hasborner Dialekt. Er hat mehrere saarländische Literaturpreise wie die "Völklinger Platt" gewonnen. In zwei Mundartbüchern "Émm de Kuhwaahn erem" und "Gew aht óff dei Schpròòch" geht er einerseits auf seine bäuerlichen Wurzeln zurück, die er mit einem Augenzwinkern beschreibt, andererseits ist auch die Gegenwart sein Thema. Satirische Töne sind ihm dabei nicht fremd. Mundart ist ihm ein unersetzliches ureigenes Kulturgut. Er hat auch eigene Texte und Mundarttexte von Johannes Kühn vertont und trägt die Lieder mit eigener Gitarrenbegleitung vor.

Harald Ley wurde 1949 in Überherrn geboren, wo er auch Kindheit und Jugend verbrachte. Jetzt lebt er in Saarlouis. Er ist Lehrer im Ruhestand. Seit 1986 schreibt er Gedichte und kurze Geschichten in seiner "Mammenspròòch". Seit 2000 jährlich Herausgeber des "Saarluier Kalenner". Mehrfach Preisträger bei Mundartwettbewerben. Gehört der "Bosener Gruppe" an und arbeitet mit im Vorstand von "Gau un Gries", dem Verein zur Erhaltung und Verbreitung der "fränkischen" Sprache. Sein 2007 erschienenes Buch "Bont onn gròò,et Leewen" umfasst Gedichte aus 20 Jahren. red