1. Saarland

Regen verdirbt das große Geschäft

Regen verdirbt das große Geschäft

Völklingen/Warndt. Wetter spielt beim Schuhkauf eine große Rolle, und so ist Hans Agostini wahrscheinlich derjenige in Völklingen, der sich am sehnsüchtigsten Kälte und Schnee wünscht. "In der Umbauphase mussten wir Federn lassen, und jetzt das Wetter, das ist eine Katastrophe", sagte am Donnerstag der Einzelhandelskaufmann und Inhaber von zwei Schuhhäusern

Völklingen/Warndt. Wetter spielt beim Schuhkauf eine große Rolle, und so ist Hans Agostini wahrscheinlich derjenige in Völklingen, der sich am sehnsüchtigsten Kälte und Schnee wünscht. "In der Umbauphase mussten wir Federn lassen, und jetzt das Wetter, das ist eine Katastrophe", sagte am Donnerstag der Einzelhandelskaufmann und Inhaber von zwei Schuhhäusern. Zwar verkaufe er auch Abendschuhe, Pantoffeln und Handtaschen, doch das Geschäft mit dicken Winterstiefeln lässt auf sich warten. Dem saarländischen Wirtschaftsmotor insgesamt stellt er dennoch ein gutes Zeugnis aus: "2010 war schon ein gutes Jahr", meint Agostini, der auch als Präsident des Landesverbandes Einzelhandel die überregionale wirtschaftliche Entwicklung im Blick hat, "wir können mit einem weiteren Plus abschneiden". Auch Stephan Tautz, Inhaber des Sporthauses Tautz, verkauft derzeit nicht viele Wintersportartikel: "Schlitten gar nicht, hin und wieder eine Winterjacke". Gut gingen Sporttaschen, Trainingsanzüge in gedeckten Farben und Fußballtrikots von Vereinen. Zu den Spitzenreitern gehören Bayern München, Dortmund "und auch das neue Nationaltrikot", sagt Tautz."Schmuck wird vor allem in den zwei Tagen vor Weihnachten und an Heiligabend gekauft", weiß Nora Becker von Schmuck Becker. Die Männer hätten dann Urlaub und kauften für ihre Partnerinnen ein. Nachgefragt sind immer wieder Sammelarmbänder und Ketten mit einzelnen Anhängern, die an einem Bügel befestigt werden. Neu im Trend sind Kristalle.

Bei Pretty Woman hat Mitarbeiterin Christina Tasch ähnliche Erfahrungen gemacht. "Es kommen immer mehr Männer, die für ihre Frauen einkaufen. In dem Geschäft auf der Rathausstraße ist das große Thema Pelzbesatz, meist Kaninchen, entweder auf Jacken, an Ketten oder auf Taschen. Handtaschen, die fast wie ein wuscheliges Hündchen aussehen, mussten schon zweimal nachbestellt werden. Ebenso guten Umsatz wie am vergangenen Samstag wünscht sich Tasch auch für dieses Wochenende. "Da war richtig viel zu tun bis um 19 Uhr." Aus über 20 000 Artikeln können sich Kunden im Modehaus Hammerschmitt in Großrosseln das Passende heraussuchen. "Wir sind mit dem Geschäftsgang zufrieden", bilanziert Geschäftsführer Bernhard Alberding. Mäntel verkaufe man gut, bei Jacken habe man ein wenig Aufholbedarf. Sehr gefragt seien Schals. Beim Völklinger Blumenhaus Eisenbarth wissen die Inhaber aus Erfahrung, dass sich in den Tagen zwischen dem 22. und 24. Dezember das Hauptweihnachtsgeschäft abspielt. "Wir verschicken quer durch Deutschland von Bayern bis Berlin als Fleurop-Filiale", erklärte gestern Helga Eisenbarth. Als Topfpflanze zum heiligen Fest ist der Weihnachtsstern in rot oder cremig-weiß angesagt. Bei Schnittblumen sei es die Amaryllis.

Wer gar nicht weiß, was er schenken kann, ist mit einem Einkaufsgutschein auf der sicheren Seite. Kurt Kasper, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (GWIS) der Stadt Völklingen, liefert zu dieser Einrichtung, die 2008 ins Leben gerufen wurde, ein paar Zahlen. 8000 verkaufte Gutscheine im Wert von 170 000 Euro gebe es seitdem. 6500 Gutscheine sind eingelöst, 15 00 also noch im Umlauf und entsprächen einem Gegenwert von 35 800 Euro. 98 Händler aus der Stadt beteiligen sich wieder an diesem Projekt. Der aktuelle Flyer, der überall ausliegt, informiert über die Adressen. Dann verrät Kasper, dass er auch privat von den Gutscheinen profitiert: "Drei verschenke ich an Weihnachten."