Razzia in Saarbrücker Shishabar bestätigt Polizeiverdacht

Innere Sicherheit : Razzia in Shishabar bestätigt Polizeiverdacht

Bei der Aktion in der Saarbrücker Innenstadt waren Schlagwaffen sichergestellt worden. In den sozialen Netzwerken wurde die Razzia heftig diskutiert.

Großes Aufsehen erregte eine Polizeiaktion am Mittwochabend in der Saarbrücker Innenstadt, als plötzlich wie aus dem Nichts mehrere Streifenwagen mit Blaulicht die Dudweiler Straße und die Kaiserstraße komplett sperrten und von den Saarbahngleisen im Konvoi mehrere Polizeibusse in die Dudweiler Straße einbogen. Beamte der Operativen Einheit (OpE) besetzten Vorder- und Hintereingänge einer Shisha-Bar in der Dudweiler Straße und durchsuchten diese auf gerichtliche Anordnung (wir berichteten).

„Weil man nicht wusste, ob jemand flüchtet und dabei auf die Straße rennt, haben wir den Verkehr zu Beginn der Aktion gesperrt, damit niemand gefährdet wird“, begründete am Donnerstag Polizeisprecher Stephan Laßotta die Aktion, die im vorweihnachtlichen Geschäftsverkehr natürlich schwere Verkehrsbehinderungen verursache. Aber das sei es Wert gewesen, meint der Polizist, dessen Kollegen in der Bar genau das vorgefunden hätten, was gesucht wurde: „Unsere Beamten stießen auf vier Axtstiele und fünf Gewindestäbe, die alle als Schlagwaffen benutzbar sind und auch zu diesem Zweck im Bereich der Bar versteckt wurden“, sagte Laßotta.

Die Polizei sperrt die Dudweiler Straße ab. Foto: BeckerBredel

Die Polizei ermittele gegen einen Angestellten der Bar wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung. Grund: Er soll maßgeblichen Anteil an Ausereinandersetzungen haben, die im November zwischen größeren Personengruppen im Umfeld der Bar ausgetragen wurden und bei denen es mehrere Verletzte gab.

Auch die Wohnung des Barmannes in Altenkessel sei durchsucht worden, teilte die Polizei mit. Zeitgleich zur Aktion in Saarbrücken startete die Aktion dort – allerdings ohne dass Beweismittel gefunden wurden. „Wir haben unser Ziel erreicht und Beweismittel sichergestellt, die zum Tatvorwurf passen“, so Laßotta. Die eigens dafür eingerichtete Ermittlungsgruppe „Rauch“ werde nun weitere Schritte einleiten.

Beamte der Operativen Einheit der Polizei vor der Shishabar in der Dudweiler Straße. Foto: BeckerBredel

In den sozialen Netzwerken wurde die Aktion der Polizei noch am Abend heftig diskutiert. Auch im Facebook-Kanal unserer Zeitung machten sich Leserinnen und Leser Luft, die Saarbrücken für unsicher halten. Einzelne sahen die Bar zu Unrecht in der Kritik. Letzteres dürfte durch die Polizeiaktion widerlegt sein. „Es hat sich bestätigt, dass wir es hier mit einem Brennpunkt zu tun haben und man sich für weitere Auseinandersetzungen gerüstet hat“, so Laßotta. Die Polizei, die inzwischen den 17. Brennpunkteinsatz durchgeführt habe, sei erstmals mit Durchsuchungsbefehlen vorgegangen. Die anlaßunabhängigen Kontrolltage werde es weiterhin geben – und das zu Tag- und Nachtzeiten. „Niemand soll sich auf uns einstellen können. Das Umfeld der Johanneskirche, den Hauptbahnhof, das Willi-Graf-Ufer und das Kaiserviertel werde die Polizei weiter intensiv im Auge behalten.“ Dort sei auch am Mittwoch nochmals kontrolliert wurden. Dabei entdeckten Beamte bei einem Passanten einen Schlagring und eine geringe Menge Drogen. Daneben wurden geringfügige Verstöße gegen zoll- beziehungsweise arbeitsrechtliche Bestimmungen festgestellt. Die Kontrollen liefen bis etwa 22 Uhr. Einsatzleiter Polizeidirektor Udo Schneider: „Die Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung, das durch die Auseinandersetzungen im November diesen Jahres in Saarbrücken beeinträchtigt wurde, ist ein wichtiges Ziel unserer Maßnahmen. Deshalb setzen wir alles daran, zu verhindern, dass Gruppierungen weiterhin  ihre Streitigkeiten in der Öffentlichkeit austragen. Wir sorgen dafür, dass die Menschen in Saarbrücken sicher sind und sich auch sicher fühlen können.“

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