Raum für große Formate und starke Gegensätze

Sulzbach · In der Sulzbacher Aula ist wieder eine Doppelausstellung zu sehen. Zwei Saarländerinnen nutzen die großzügige Ausstellungsfläche: Lioba Amann aus Schwalbach zeigt überlebensgroße Akte, und Heike Puderbach aus Wallerfangen präsentiert morbide Objekte.

Seit dem Jahr 2007 bespielt der Kunstverein Sulzbach die dortige Aula mit Veranstaltungen. In letzter Zeit hat man öfter zwei Künstler gleichzeitig ausgestellt, denn der großzügige, museale Raum der Aula bietet ausreichend Platz. Aktuell kann man sich dort die Werke von zwei saarländischen Künstlerinnen anschauen, Lioba Amann aus Schwalbach und Heike Puderbach aus Wallerfangen. Die Arbeiten der beiden Künstlerinnen ergänzen sich harmonisch. Während die eine - Lioba Amann - mit extrem großen Aktmalereien überrascht, sind es bei Heike Puderbach vor allem ihre morbiden Objekte, Jagdtrophäen mit Perlen und Glitzersteinen besetzt, die ins Auge stechen. Daneben sind die Werke beider Künstlerinnen dekorativ und hübsch anzusehen. Lioba Amann ist Malerin. Sie arbeitet ihre Gemälde in einer Mischtechnik, in der grafische Farbfelder, zeichnerische Linien und malerische Pinselschläge kombiniert werden. Dabei nutzt sie erdige Farbtöne, kombiniert mit viel Rot. In der Farbgebung ähnlich sind die überlebensgroßen Akte, die sie ausstellt. Das Besondere an diesen Figuren ist, dass sie auf festes, raues Papier gemalt und dann einzeln ausgerissen wurden. So hängen diese Akte direkt an der Wand, wirken aber wie ein übergroßes Gemälde.

Heike Puderbach ist eine vielseitige Künstlerin. Ihre Gemälde zeigen Gesichter von Kindern und Asiatinnen - und haben einen Schmelz, der an Porzellanmalerei erinnert. Ganz sanft und fein werden die Gesichter gearbeitet, dann aber mit viel Farbe oder Stoffen im Gemälde verankert. Zusätzlich nutzt Heike Puderbach auch Pailletten und Glitzersteine als darstellendes Element. Besonders auffallend sind die Gegensätze, mit denen sie arbeitet. Denn neben den Gesichtern hängen grob bemalte Leinwände, in denen trocken aufgetragene Pigmente den Charakter vorgeben - und eben die bunten, glitzernden Jagdtrophäen von ausgestopften Vögeln und Geweihen, die morbide und augenzwinkernd zugleich aufgehübscht wurden.

Ausstellung "Ophelia und der Humor des Seins..." von Lioba Amann und Heike Puderbach bis zum 24. November in der Aula Sulzbach, Gärtnerstraße 12, 66280 Sulzbach, geöffnet Mittwoch bis Freitag,16 bis 19 Uhr und Sonntag, 14 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung.

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