Rasende Sekundenjagd mitten in der Stadt

St. Wendel · St. Wendel. Das Vorhaben die Kreisstadt als zentrale Rallye-Bühne für Fahrer und Fans zu nutzen kam einer Punktlandung gleich. Die logistische Meisterleistung des Organisationsteams der ADAC-Pfalz-Westrich-Rallye machte in St. Wendel eine einzigartige Motorsportparty möglich. Ein Beispiel gefällig

 Im Rahmenpgramm der Rallye ein Supermoto-Lauf auf dem Stadtkurs. Fotos: Bonenberger & Klos

Im Rahmenpgramm der Rallye ein Supermoto-Lauf auf dem Stadtkurs. Fotos: Bonenberger & Klos

St. Wendel. Das Vorhaben die Kreisstadt als zentrale Rallye-Bühne für Fahrer und Fans zu nutzen kam einer Punktlandung gleich. Die logistische Meisterleistung des Organisationsteams der ADAC-Pfalz-Westrich-Rallye machte in St. Wendel eine einzigartige Motorsportparty möglich. Ein Beispiel gefällig. Der letzte der 45 gestarteten Boliden hatte gerade den City-Stadtkurs verlassen, da wird kurz darauf bereits der Sieger Sandro Wallenwein inmitten einer Menschenmenge auf dem Schlossplatz gebührend gefeiert. An der Strecke, wo eben noch breite Reifen ihre Autogramme auf den Asphalt geschrieben hatten, wurden die ersten der insgesamt 800 Sperrgitter abgeräumt."Die großen Betonklötze die da am Kurs stehen sind mir gerade von der Schulter gefallen", sagte der nun erleichterte ADAC-Organisationsleiter Dieter Martin wohl deshalb, weil er in den beiden Tagen keinen Zwischenfall beklagen musste. Über 600 Mitglieder der Automobilclubs, wie Helfer des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr, vom Roten Kreuz und Beamte der Polizei betrieben auf ihre Art Leistungssport, um ein Rallye-Spektakel zum Anfassen ermöglichen. "In St. Wendel ein Monaco des Rallyesports zu schaffen, ich denke der Vergleich hat zugetroffen", meinte Martin dann grinsend. Laut Veranstalter verfolgten zwischen 6000 und 7000 Motorsportfans die spannende Sekundenjagd auf dem Stadtkurs. "Ich war einfach hin und weg. So was muss man erlebt haben", jubelte André Steffen aus Luxemburg. Die Krönung des Events am Freitagabend hatte der Fan leider verpasst. Fast eine Stunde rasten die Piloten mit brennenden Lichterbäumen und infernalischem Motorenlärm durch die Stadt. Auf dem Schlossplatz standen die Menschen dicht gedrängt in Sechserreihen, die dortigen Bäume wurden für einen Logenplatz erklommen. Der Geruch der Auspuffgase wehte dem Besucher noch um die Nase, da griffen im vollen Rallyezelt die Banana Jammers schon in die Saiten und rotzten ihren punkigen Sound durch die Lautsprecherboxen. "Unser Rahmenprogramm hat auch gepasst", sagte Martin. Vor den Rallyestars stimmten Tourenwagen und Supermoto-Bikes das Publikum ein. Auf dem Serviceplatz im Bosenbachstadion erfuhren die Anhänger von den Piloten aus erster Hand, wie es bei den Wertungsprüfungen gelaufen ist.

"Die Veranstaltung ist super. Man hätte aber im Vorfeld noch mehr Werbung machen sollen", befand Mario Heinrich aus Hoof. Für Bürgermeister Klaus Bouillon hat es rundum gepasst. "Die Hotels waren ausgebucht. Jede Veranstaltung ist für die Stadt ein ganz wichtiger Wirtschaftsfaktor", betonte Bouillon. Die Anziehungskraft der Rallye hinterließ bereits beim Abschlusstest für alle Piloten am Donnerstagabend in Roschberg eine erste Duftmarke. Nach 300 verkauften Rostwürsten und Weck meldete der Imbissstand ausverkauft. Nach Beendigung der Renntage zog auch die Polizei in der Kreisstadt eine positive Bilanz. "Für uns war es ruhig und bequem. Es gab keine besonderen Vorkommnisse", teilte Polizeioberkommissar Karl-Heinz Fischer mit. Selbst von den Anwohnern am abgesperrten Kurs habe es Lob für die Veranstaltung gegeben. "Auf jeden Fall wollen wir die Rallye im kommenden Jahr wieder haben. Diese Veranstaltung soll weiter wachsen", verdeutlichte Bouillon. Dies hörte Martin gern. "Wir hatten ein tolles Publikum, die Atmosphäre war riesig", geriet der Hoofer ins Schwärmen.