RAG steht Rede und Antwort

RAG steht Rede und Antwort

Luisenthal. Jahrelang konnte sich die Natur auf der Bergehalde Luisenthal ungestört entwickeln. Viele Pflanzen- und Tierarten wurden heimisch. Gestern öffnete die RAG Montan Immobilien das Eingangstor erstmals für die Öffentlichkeit. Beim Haldentreff genossen die Besucher den schönen Blick über die Saarlandschaft. Und sie informierten sich über die Zukunft des ehemaligen Grubengeländes

Luisenthal. Jahrelang konnte sich die Natur auf der Bergehalde Luisenthal ungestört entwickeln. Viele Pflanzen- und Tierarten wurden heimisch. Gestern öffnete die RAG Montan Immobilien das Eingangstor erstmals für die Öffentlichkeit. Beim Haldentreff genossen die Besucher den schönen Blick über die Saarlandschaft. Und sie informierten sich über die Zukunft des ehemaligen Grubengeländes.Dessen Dornröschenschlaf soll nämlich bald enden. Zumindest, wenn es nach dem Willen der RAG Montan Immobilien geht. Gemeinsam mit ihrem Partner, der Steag New Energies, plant das Unternehmen den Bau eines Energieparks Luisenthal. Und setzt dabei auf erneuerbare Energie: Photovoltaik an der Südflanke der Bergehalde, Windkraft auf dem Plateau, Erdwärme aus den alten Schächten.

Der Höhenunterschied zwischen Tal und Plateau soll mit Hilfe eines Pumpspeicherkraftwerkes in Energie umgesetzt werden. Dazu könnte jeweils unten und oben ein See angelegt werden. Je nach Bedarf wird dann entweder gepumpt oder Energie erzeugt.

Bei den geführten Rundgängen gibt es viele Fragen: Woher kommt das Wasser für die Erstfüllung? Sind die Fundamente der Windräder sicher? Wie funktioniert das Zusammenspiel der Energien? Ein Besucher packt den Kompass aus und prüft, ob seinem Haus durch die Windräder Schattenwurf droht. Ein Betriebsschlosser, der in Luisenthal über und unter Tage gearbeitet hat, ist skeptisch, ob genug Wind weht, um Energie zu erzeugen.

Anja Schneider wohnt in Luisenthal. Sie kann sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass der schöne Ausblick auf die bewachsene Südseite der Halde bald der Vergangenheit angehört. Außerdem fürchtet sie reflektierende Photovoltaikelemente. Die modernen Paneele, erklärt Projektleiter Michael Obst, reflektieren kein Sonnenlicht. Wohl aber Schall: Mit ihrer Hilfe soll der Lärm der Autobahn nach oben abgeleitet werden. Bezüglich der Bäume kann Obst der Besucherin allerdings keine Hoffnung machen: Im Rahmen der Haldensanierung muss die Südflanke auf jeden Fall abgeholzt werden.

Die Frage von Hans Holderbaum, ob auf der Halde ein Fahrradweg erschlossen wird, kann noch nicht beantwortet werden. Konkrete Pläne für den Energiepark gibt es nämlich bisher nicht. Lediglich eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben. Sie soll prüfen, ob das Projekt technisch realisierbar ist. Und ob man damit Geld verdienen kann.

"Die Ergebnisse liegen Anfang nächsten Jahres vor", versichert Michael Obst. Dann werden auch die Bürger nochmals informiert. Die Grundsatzentscheidung, ob der Energiepark überhaupt kommt, fällen die Geschäftsleitungen der beiden Projektpartner im März. Erst wenn sie grünes Licht geben, beginnt die Planungsphase. Läuft alles optimal, erklärt Obst, könnte auf der Anlage im Jahr 2018 die erste Energie produziert und gespeichert werden.

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