Genehmigungsverfahren für das Saarland: RAG rechnet in Verfahren für Grubenwasseranstieg mit nächstem Schritt

Genehmigungsverfahren für das Saarland : RAG rechnet in Verfahren für Grubenwasseranstieg mit nächstem Schritt

Wann es im Saarland eine Entscheidung in Sachen Grubenwasseranstieg gibt, ist noch offen. Aber ein nächster Schritt in dem Genehmigungsverfahren ist wohl in Sicht.

Der Bergbaukonzern RAG rechnet im Genehmigungsverfahren für seinen beantragten Grubenwasseranstieg mit einem Erörterungstermin Anfang nächsten Jahres. „Wir sehen uns in der finalen Situation, dass man einen Erörterungstermin festlegen kann und damit dann die nächste Stufe des Genehmigungsverfahrens eintritt“, sagte der Regionalbeauftragte der RAG an der Saar, Uwe Penth, am Donnerstag in Ensdorf. Bei einer Erörterung werden Stellungnahmen und Einwendungen noch einmal behandelt, bevor das Oberbergamt des Saarlandes dann eine Entscheidung trifft.

Wann dies der Fall sein wird, sei noch völlig offen. „Der Wunsch von uns ist - so schnell wie möglich“, sagte Penth. Klar sei: Wenn ein positiver Planfeststellungsbeschluss ergehe, könne die RAG ihr Konzept sofort einleiten, sagte Penth. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass der Beschluss positiv ausfallen wird. Ein Grubenwasseranstieg ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll.“

Nach dem 2012 erfolgten Ende des Saar-Bergbaus hat die RAG beim Oberbergamt beantragt, in einer ersten Phase die Gruben der einstigen Bergwerke in Duhamel und Reden bis 320 Meter unter Null volllaufen zu lassen. Bisher wird das Grubenwasser abgepumpt. Knapp 7000 Einwendungen sind beim Oberbergamt gegen die Pläne der RAG eingegangen: Bürger befürchten eine Verunreinigung des Grundwassers oder Erdbewegungen.

Derzeit werden im Saarland jährlich knapp 18 Millionen Kubikmeter Wasser aus den Gruben nach oben abgepumpt. Die Kosten dafür beliefen sich auf etwa 18 Millionen Euro im Jahr, sagte ein RAG-Sprecher. Das Grubenwasser ist Regenwasser, das in die Tiefe sickert und sich in Schächten und Strecken unter Tage sammelt.

Ein Anstieg des Grubenwassers sei auch „förderlich“, um den Gehalt von krebserregenden Polychlorierte Biphenylen (PCB) in Saar-Gewässern zu verringern, sagte Penth. PCB hafte an festen Partikel, die sich bei einem langsamen Ansteigen des Wassers am Boden absetzten. So werde die „PCB-Fracht“ in saarländischen Gewässern sinken, wenn nicht mehr wie heute abgepumpt und in Flüsse eingeleitet werde.

Auf eine festgestellte PCB-Überschreitung der Umweltqualitätsnorm in den beiden Gewässern Sinnerbach (Reden) und Fischbach (Camphausen) hat das Unternehmen mit einem Maßnahmenkonzept reagiert. Dieses sieht unter anderem vor, dass in einem ersten Schritt in den Fischbach das Grubenwasser nicht mehr in Intervallen, sondern gleichmäßig eingeleitet werden solle. „Bei weniger Strömungsgeschwindigkeit hoffen wir, dass der Feststoff unten bleibt“, sagte der Leiter für den Bereich Grubenwasserhaltung, Markus Roth. Zudem sollten „Absenkbecken“ entstehen und weitere Filtertests gemacht werden.

Die RAG plant in einem zweiten Schritt, das Grubenwasser bis 2035 bis zur Tagesoberfläche ansteigen und in die Saar laufen zu lassen.

(dpa)
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