Radio-Wetter live aus Güdesweiler

Radio-Wetter live aus Güdesweiler

Güdesweiler. Seit zwei Jahren ist er zwei, manchmal drei Mal im Monat früh morgens im Radio zu hören. Dann erzählt er in einer Liveschaltung über das Telefon, wie das Wetter gerade in Güdesweiler ist. Denn Robert Bost ist Wetterfrosch beim Saarländischen Rundfunk (SR)."Zu meinem 60

Güdesweiler. Seit zwei Jahren ist er zwei, manchmal drei Mal im Monat früh morgens im Radio zu hören. Dann erzählt er in einer Liveschaltung über das Telefon, wie das Wetter gerade in Güdesweiler ist. Denn Robert Bost ist Wetterfrosch beim Saarländischen Rundfunk (SR)."Zu meinem 60. Geburtstag schenkten mir meine Kinder eine moderne Wettererfassungsanlage", erzählt der pensionierte Lehrer. Denn sie wussten, dass der Vater ein besonderes Faible für die Wetterkunde hat, Bücher zum Thema wälzt. Das Interesse weckte bereits sein Studium der Mathematik und Geographie. Bost: "Da kam ich mit der Meteorologie in Berührung. Ein hochinteressantes, doch auch anspruchsvolles Thema." Denn selbst heute noch seien nur 30 Prozent der Vorgänge in der Erdatmosphäre erforscht, betont der Wetterfrosch.

Im Sommer 2010 hatte SR3 die Idee, die Wetterredaktion um ehrenamtliche Wetterfrösche aufzustocken. Bost wurde von seinem Schwiegersohn darauf angesprochen. "Er sagte, ich solle mich einfach mal da bewerben", erinnert sich der 62-Jährige. Gesagt, getan. Seit September 2010 ist er also Wetterfrosch. Vier Mal am Tag übermittelt Bost Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und Luftdruck nach Saarbrücken. Oder besser: seine Messanlage und das passende PC-Programm dafür machen das automatisch. Bei der Installation der Software habe er tatkräftige Unterstützung von Fachleuten erhalten, auch sein Schwiegersohn stehe immer bereit, wenn es mit der Technik hapere.

Schon 42 Mal im Radio

Doch nicht nur die tägliche E-Mail gehört zum Wetterfroschdasein, sondern auch der regelmäßige Auftritt im Radio. "Jeden Monat bekommen alle knapp 20 Teilnehmer einen Einsatzplan, in dem steht, wann wer angerufen wird", erklärt Bost. Bereits 42 Mal war seine Stimme im Radio zu hören. Als das erste Mal das Telefon früh morgens klingelte und SR3 am anderen Ende der Leitung dran war, sei er noch nervös gewesen. Mittlerweile habe sich das aber gelegt, auch wenn er selbstkritisch anmerkt, dass spontane Fragen des Moderators ihn hin und wieder dann doch überraschen und ihm erst im Nachhinein eine bessere Antwort einfalle.

Während seines Kurzauftrittes versucht Bost auch immer - sofern sich der Moderator im Vorgespräch einverstanden zeigte - etwas Aktuelles zu seinem Heimatort zu sagen. Vor Kurzem ging er auf die Güdesweiler Kirmes ein, am 1. Mai erzählte er über das Maifeuer im Dorf. Eine Sache, die ihm besonders wichtig ist: "Es ist doch schön, dass unser kleiner Ort im Radio erwähnt wird. Viele Zuhörer aus der Gemeinde freuen sich darüber." Daher sehe er seine Person nicht im Mittelpunkt, vielmehr wolle er Güdesweiler in das Rampenlicht rücken - sofern es sein kurzer Auftritt zulässt. Denn primär geht es ja um die Wetterdaten.

Mehr Wertschätzung gewünscht

Die Resonanz der Hörer aus seiner Heimatgemeinde sei durchgehend positiv. "Manchmal beim Einkaufen werde ich schon auf meinen Radiobeitrag angesprochen. Einige Leute erwähnen, dass ich gut erklären könne", erzählt Bost.

Wie das Wetter in Güdesweiler ist, weiß Robert Bost dank seines Computers . . .

Doch zum Wetter gehört nicht nur Sonnenschein. Auch beim Wetterfrosch aus Güdesweiler haben sich einige graue Wolken angesammelt: "Es ist nicht schön, dass die Daten der Wetterfrösche beim SR in keiner Weise irgendwo inhaltlich erwähnt werden." Daher wünsche er sich mehr Wertschätzung vonseiten der Saarlandwelle. Dennoch wolle er weiter machen, denn: "Es macht mir einfach Spaß."