Radebeuler helfen tatkräftig beim Schnitt der Rebstöcke

St. Ingbert. Die Sonne blitzte hinter der Trattoria del Postillione hervor. Schon am frühen Morgen herrschte gestern eifrige Geschäftigkeit am "Radebeuler Weinberg" in St. Ingbert. Der Grund: Die Rebstöcke mussten zurechtgeschnitten werden. 99 sind es insgesamt. Die hat die Partnerstadt Radebeul 2008 den St. Ingbertern zum 20-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft geschenkt

 Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche und Weinfachfrau Sabine Flierl beim Schneiden der Rebstöcke am St. Ingberter Weinberg. Foto: Becker&Bredel

Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche und Weinfachfrau Sabine Flierl beim Schneiden der Rebstöcke am St. Ingberter Weinberg. Foto: Becker&Bredel

St. Ingbert. Die Sonne blitzte hinter der Trattoria del Postillione hervor. Schon am frühen Morgen herrschte gestern eifrige Geschäftigkeit am "Radebeuler Weinberg" in St. Ingbert. Der Grund: Die Rebstöcke mussten zurechtgeschnitten werden. 99 sind es insgesamt. Die hat die Partnerstadt Radebeul 2008 den St. Ingbertern zum 20-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft geschenkt. "Das ist wohl das originellste Geschenk, das eine Stadt ihrer Partnerkommune machen kann", sagte Oberbürgermeister Georg Jung begeistert. Doch außergewöhnlich ist nicht nur die Geschenkidee der Radebeuler, sondern auch deren Einsatz zur Pflege der Rebstöcke. Denn es ist schon zur kleinen Tradition geworden, dass Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche und seine Lebensgefährtin und Weinexpertin Sabine Flierl im Frühling nach St. Ingbert kommen, um beim Rebschnitt zu helfen. Gestern war es wieder soweit: Mit OB Jung wurde Stock um Stock fachmännisch zurechtgeschnitten.Im vergangenen Jahr hat die gute Pflege der Rebstöcke erstmals Früchte getragen. Es konnten die ersten blauen Tafeltrauben mit Namen "Muscat blue" geerntet werden. Der Ertrag ging damals an die St. Ingberter Kindergärten, die ihn zu Marmelade und Traubensaft weiterverarbeiteten. "Die Trauben sind sehr lecker und süß", beschrieb Bert Wendsche den Geschmack der Früchte.

OB Jung erinnerte beim Schneiden der Rebstöcke daran, dass an der Stelle des Weinbergs einmal ein "verwilderter Hang war". 2008 wurde dieser terrassiert und mit den 99 Rebstöcken bepflanzt. Das gefiel dem Besitzer der Trattoria del Postillione so gut, dass er sich entschloss, den oberen Teil des Weinbergs ebenfalls mit 99 Rebstöcken zu bepflanzen. "So ist der St. Ingberter Weinberg nun etwa 600 Quadratmeter groß", sagte Jung.

Zum 20-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft hat auch St. Ingbert den Radebeulern ein besonderes Geschenk gemacht: einen historischen Kohlewagen mit echter Kohle drin. Dieser wurde in der sächsischen Kreisstadt aufgestellt.

"Es wurde kein Krümmelchen von der Holzkohle angerührt", berichtet Oberbürgermeister Bert Wendsche stolz. Er habe sich zu Beginn nämlich Sorgen gemacht, ob ein Teil der Kohle vielleicht mit der Zeit verschwinden würde. Doch es sei alles noch an seinem Platz. "Das ist das originellste Geschenk, das eine Stadt ihrer Partnerkommune machen kann."

Oberbürgermeister Georg Jung