Quadratisch, praktisch, nahrhaft: Das Glück des Top-Kochs

Quadratisch, praktisch, nahrhaft: Das Glück des Top-Kochs

Saarbrücken. Dass seine Süße bei "Macarons"-Weltmeister Pierre Hermé in Paris die Konditorei-Kunst lernt, ist kein Zufall. Zum einen hat Jens Jakobs (35) Freundin bei ihm, im "Le Noir", Schokolade geleckt, will sagen: Spaß gefunden am Küchen-Metier, hier vor allem an den Desserts

Saarbrücken. Dass seine Süße bei "Macarons"-Weltmeister Pierre Hermé in Paris die Konditorei-Kunst lernt, ist kein Zufall. Zum einen hat Jens Jakobs (35) Freundin bei ihm, im "Le Noir", Schokolade geleckt, will sagen: Spaß gefunden am Küchen-Metier, hier vor allem an den Desserts. Zum anderen geht bei einem ehemaligen "Postenleiter Patisserie" im Saarbrücker Drei-Sterne-Haus von Klaus Erfort wohl nichts, aber auch gar nichts, über den süßen Genuss. Privat schon gar nichts. Wobei das, was er da nachts mitunter treibt, damit nichts mehr zu tun hat. Weil der Heißhunger, ja beinahe schon die Unterzuckerungs-Not, sie reintreibt, die zwei Tafeln Ritter Sport, die er sich nach Dienstschluss an der Tankstelle besorgt. "Ich esse sie auf einen Rutsch, brauche sie als Energiespeicher und Kalorienzufuhr." Zwei Tafeln, das sind dann sein Abendessen, eine vollwertige Mahlzeit. "Oft merke ich erst nachdem ich sie verdrückt habe, dass ich den ganzen Tag über noch überhaupt nichts gegessen habe." Keinen Bissen kriegt Jakob nämlich bisweilen runter, während des körperlich anstrengenden Dienstes im "Le Noir". Artistischer Koch-Sport hinter der großen Glasscheibe - die Küche ist für die Gäste einsehbar, ein Showroom. Dort stellt Jakob zwar auch selbst gemachte Petits Fours und Pralinen her, die er zum Café serviert - doch mit den Fünffach-Schichtungen der Hermé-Kreationen, den unübertrefflich perfekten Aromen der Pariser Top-Konditoren habe das nichts zu tun. "Das ist ein anderer Planet, das ist nicht zu leisten." Jakob lässt sich ungern auf deutsche Erdenschwere zurückziehen. Weshalb er deutsche Pralinen meidet, seien sie auch von Spitzen-Herstellern. Die angeblich so fabelhaften belgischen "Leonidas" rührt er ebenfalls nicht an. Nein, wenn, dann greift er mitten rein ins Supermarkt-Regal, holt sich die stinknormale, quadratische Massen-Schokoladen-Sorte. Keine Lindt, keine Fedora - Ritter Sport muss es sein. Jedoch nur Produkte, die's krachen und knacken lassen, mit Nüssen, Keksen oder Waffeln drin, von "Trauben Nuss" bis "Knusperflakes". Und wenn er nicht wieder mal eine gesamte Mahlzeit durch Schokolade ersetzt, tut's tagsüber auch mal ein Snickers-Riegel. Freilich der und sonst keiner. Bei Ritter Sport probiert Jakob allerdings auch gerne mal was aus. Alle neuen Sorten, die an der Tanke auftauchen, werden sofort getestet. Momentan begeistert ihn die "Neapolitaner Waffel", doch auf Vorrat kauft er selbst diesen Favoriten nicht. "Ich bin der Tankstellen-Mensch. Mein Kühlschrank ist grundsätzlich leer. Wenn ich Schokolade zuhause hätte, wäre das riskant. Ich schaffe es nicht, aufzuhören." Obwohl er die Tücken kennt: 40 Prozent Fett, 40 Prozent Zucker stecken im Schoko-Quadrat - 558 ungesunde Kilokalorien,. Aber: "Ich fühle mich danach einfach glücklicher. Ich esse Schokolade nun mal als Kraftfutter."

Auf einen BlickSüßigkeiten von Pierre Hermé in Paris findet man in der Boutique Bonaparte, rue Bonaparte 72. Spezialität: Macarons. Online kann man bestellen: www.pierreherme.comDie Ritter-Sport-Favoriten von Jens Jakob im Stamm-Sortiment sind: Mandel und Rum-Trauben-NussKontakt: Le Noir. Restaurant und Bar, Mainzer Str. 26, Tel.: (0681) 9681988

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